Baumwolle - eine interessante Variante. Andere Leser kennen das Gerücht mit kleingehäckselten Hühnerfedern oder Sägemehl. Offenbar traut man den Lebensmittelherstellern inzwischen viel Fantasie zu.

Die Wahrheit zum Orangensaft: Was da reindarf, regelt die so genannte Fruchsaftverordnung, und die sagt, einfach ausgedrückt, dass im O-Saft außer Wasser nichts drin sein darf, was nicht schon in der Orange war. Insbesondere darf das "bei der Konzentrierung des urspünglichen Fruchtsaftes ... dem Erzeugnis bis zu der im ursprünglichen Saft enthaltenen Menge wieder zugeführt werden."

Die Praxis sieht so aus: Die Orangen werden im Herkunftsland (das ist meist Brasilien) gepresst, das Fruchtfleisch wird herausgesiebt und eingefroren. Den Saft konzentriert man auf etwa ein Fünftel der ursprünglichen Menge und friert ihn ebenfalls ein. Dann wird alles nach Europa verschifft, das Konzentrat wird mit Wasser auf sein ursprüngliches Volumen gestreckt, und in die Sorten "mit Fruchtfleisch" kommt noch etwas von der gefrorenen "Pulpe". Also keine Baumwolle. Saft gehört damit tatsächlich zu den "natürlichsten" Dingen, die wir im Laden kaufen können.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Audio: www.zeit.de/audio