Das vorläufige amtliche Endergebnis

Baden-Württemberg:
CDU 44,8%; SPD 33,3%; FDP 8,1%; Grüne 7,7%; Republikaner 4,4%
Rheinland-Pfalz:
SPD 44,7%; CDU 35,3%; FDP 7,8%; Grüne 5,2%

Was bedeuten die Wahlen für Berlin?

In den Titel-Kommentaren und auf den Aufschlagseiten der heutigen Tageszeitungen werden die Wahlergebnisse erwartungsgemäß unter mehreren Gesichtspunkten eingehend beleuchtet. Ein wichtiger Aspekt dabei: Was bedeuten die Wahlen für Berlin? Wohl, da sind sich die Kommentatoren einig, nicht besonders viel: "Wer regionale und kommunale Abstimmungen stets abklopft auf ihre Wirkung für die Bundespolitik, guckt irritiert", schreibt zum Beispiel Astrid Hölscher in einem Kommentar für die "Frankfurter Rundschau" und fragt: "Hier siegt die CDU, da triumphiert die SPD, an einem Tag, in zwei benachbarten, wohlhäbigen Ländern. Wo bleibt da die Linie?"

Natürlich könne sich Gerhard Schröder über die Wahl-Ergebnisse in beiden Ländern freuen, meint die "Bild", fügt aber hinzu: "Die Grünen, die in beiden Ländern dramatisch verloren haben, dürften jetzt als Koalitionspartner in Berlin unberechenbar werden." Aber wird das Wahlergebnis damit wirklich der Messfühler schlechthin für die Bundespolitik sein? Eher nicht: "Es waren Landtagswahlen und - mit der Ausnahme Trittin und die Grünen - kein Scherbengericht über Berliner Sünden", beurteilt Gerd Appenzeller im Titel-Kommentar des "Tagesspiegel" die Situation.

In der Tat: Gestärkt in ihrer soliden Politik sehen alle Kommentatoren die beiden Ministerpräsidenten Beck und Teufel, die sich von den negativen Trends ihrer Berliner Mutterparteien abzusetzen wussten - und denen die Kampagnen ihrer Kontrahenten letztlich nichts anhaben konnten: "Der Aufstand des schlechten Geschmacks, den der rheinland-pfälzische CDU-Spitzenkandidat Christoph Böhr anzetteln wollte, hat nicht stattgefunden.", meint der "Tagesspiegel". "Christoph Böhr hätte man frühzeitig in der Schule beibringen sollen, dass Abkupfern nicht lohnt", schreibt Astrid Hölscher in der "Frankfurter Rundschau". "Seine patriotische Verzweiflungskampagne in letzter Minute hat die CDU in Rheinland-Pfalz auf einen Tiefstand gedrückt."

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