Aus- und Havelländer.

Schon wieder müssen wir aus Brandenburg Gutes berichten. Letzte Woche stand hier zu lesen, dass Guben den Gedenkstein für Omar Ben Noui schützen will.

Nun Erfreuliches aus Rathenow: Voriges Jahr errang die Stadt zweifelhafte Popularität durch den Offenen Brief von Asylbewerbern, die ihr Ghettoleben beklagten und wegen rassistischer Gewalt in ein anderes Bundesland verlegt werden wollten (ZEIT Nr. 16/00). Jetzt weicht das Rathenower Asylbewerberheim einem Gewerbegebiet. Landrat Burkhard Schröder (SPD) entschied, dass "in Familienverbänden lebende Asylbewerber ab vier Personen" in städtische Wohnungen ziehen dürfen. Rathenows Ausländerbeauftragte Gabriele Steidl behauptete gar: "Es wird gut für die Havelländer sein, mit Menschen aus anderen Ländern Tür an Tür zu leben." Vielleicht kommt dereinst der Tag, da dies auch umgekehrt gelten wird.

Des Präsidenten wilde Jugend.

Als Wladimir Putin im vergangenen Jahr russischer Präsident wurde, startete die Kreml-Partei Einheit eine Imagekampagne. Der junge Wladimir, so hieß es in einem Blättchen, das 10 000 Schulkinder zu lesen bekamen, sei ein "echter Kumpel" gewesen, "jemand, auf den man zählen konnte". In der vergangenen Woche hat die Komsomolskaja Prawda eigene Recherchen veröffentlicht. Demnach hat der spätere KGB-Offizier und Präsident Russlands im Alter von elf Jahren mit Radiergummis geworfen und seine Mathehausaufgaben nicht gemacht. Putins Zensuren waren auch eher unspektakulär - in Russisch und Mathe hatte er eine Drei, in Sport gar eine Vier. Das einzige Fach, in dem es zu einer Eins auf dem Zeugnis langte, war Geschichte. Darauf bedacht, Putins Autorität nicht zu untergraben, druckte die Zeitung ihre Enthüllungen unter der Balkenüberschrift: "Er ist einer von uns!"

Ausgezeichnet.

Die ZEIT ist von der Designer-Vereinigung Art Directors Club ausgezeichnet worden. Für den Artikel "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" (ZEIT Nr.