Sehr verehrter Herr Professor Antinori,

mit Interesse habe ich von Ihrem Klonungsprogramm in der ZEIT Nr. 12/01 gehört und bitte hiermit um Aufnahme in dasselbe. Ich kann diesen Wunsch mehrfach begründen:

Ich bin jetzt 50 Jahre alt, Lehrer, Autor, Publizist und auch politisch tätig und habe nach Überwindung einiger Lebenskrisen jetzt auf den oben genannten Gebieten einen Stand erreicht, der einen gewissen Grad an Optimierung beinhaltet. Andererseits sind Anzeichen eines gewissen Abriebs (Nierensteine et cetera) - ich bin Lehrer in Deutschland - unverkennbar.

Insofern wäre es schade, wenn die ganzen gewonnenen Erkenntnisse und Fähigkeiten, zu deren Erlangung ich viel Mühe und Geld aufgewandt habe, sich eines Tages einfach auflösen. Schüler, Nachbarn, Bürgermeister, örtliche Publikationsorgane, Freunde und Kollegen, insbesondere aber meine höheren Vorgesetzten, haben ein lebhaftes Interesse an der Fortexistenz meines Potenzials gezeigt. Ich möchte diese Wünsche auf keinen Fall enttäuschen.

Als Ideenproduzent wie als Künstler sowie hinsichtlich meiner politischen Wirksamkeit habe ich noch einiges zu bieten, wobei die Uhr natürlich abläuft.

Ich habe in meinem Leben bislang drei Kinder gezeugt, davon zwei noch lebende gesunde Mädchen, die sich gut entwickelt haben, aber nicht in jeder Hinsicht meinen Vorstellungen entsprechen. Es ist deshalb nur zu verständlich, dass ich meine Fortführung in Gestalt eines männlichen Klons wünsche.

Es besteht jetzt noch die Zeit und Möglichkeit, ihm alle Erfahrungen und Erkenntnisse sowie mein gesamtes Wissen beizubringen, sodass eine möglichst komplette Reproduktion meiner selbst erfolgen kann. Vielleicht kann er nach meinem Ableben meine verschiedenen Tätigkeiten nahtlos fortsetzen. Dazu ist es aber notwendig, die Klonung jetzt schnell vorzunehmen, weshalb ich um Ihre baldige Antwort bitte.