Große Sätze großer Männer erkennt man daran, dass sie, die Sätze, zunächst nach nichts aussehen. Dann aber, je gehöriger man bedenkt, aus wessen Gehege der Zähne der scheinbar banale Satz entkam, wird man umso stärker seiner Tiefe, seiner Tragweite inne. Wer wollte bestreiten, dass Guido Westerwelle, seines Zeichens Generalsekretär der FDP oder auch F.D.P., ohne den Begriff der Größe kaum zu denken ist? Und nun der Satz: I'm proud to be a German. Das sagt er in der FAZ oder auch F.A.Z.

Man liest den Satz und denkt: Da schickt einer des Leibes geduldigen Knecht als verwegenen Boten und benutzt Zeitungspapier. Ja und?, denkt man, um nach einer Weile zu denken: Das ist ja gar nicht Deutsch. Das ist ja Englisch!

Oho! Aha! Kein Provinzmief spricht aus solchem Satz. Ihm entschwebt der Duft der großen weiten Welt, europäisch, international geradezu.

Je suis fier d'être allemand. Das wird man doch sagen können. Man wird es sagen müssen, so gut klingt es. Man kann ja verstehen, dass Johannes Rau den Satz "Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein" nicht mag. Das holpert ganz unelegant. Aber hier: Sono fiero di essere tedesco. Hat es nicht den Schwung einer Arie?

Das ist Westerwelles Lösung der deutschen Frage. I am proud to be the western wave wäre bei weitem die Steigerung, zu singen etwa nach der Melodie von We are the champions. Und wir, die wir vielleicht noch zögern (verständlich, verständlich!), sollten uns nicht scheuen, herzhaft einzustimmen. Siamo fieri di essere tedeschi. Oder, noch schöner: We are proud to be Germans since we have the western wave.

Denn es gibt gute Gründe, stolz zu sein, die Bild-Zeitung fragt sie derzeit telefonisch ab. Sind Sie stolz auf unsere Dichter und Denker? Mais oui, je suis fier de la vague occidentale (Tel. 0190/24 10 70). Sind Sie stolz auf deutsche Landschaften? Of course I am proud of the crumb (vulgo: Brocken). Wenn es so ginge? Es geht, Kinder, es geht!

Schluss mit dem ganzen Streit. Wo ein Westerwelle ist, da ist auch ein Weg.