Der Tag, an dem sich die Lebensgeschichten vom Spender und seinem Kanzler unheilvoll verschränken, ist der 23. September 1998. Nur kurz, für einen symbolischen Moment, begegnen sich Förderer und Geförderter, schütteln sich die Hände, blicken einander in die Augen, unschuldig, wechseln ein paar Worte. Drei Dutzend Menschen schauen zu.

Kurz davor sind es noch 7000, als Helmut Kohl, der große Kämpfer, das Unmögliche versucht. Vier Tage vor der Bundestagswahl will er sein Schicksal besiegen. Auf dem Hamburger Gänsemarkt entsteigt er einem gepanzerten 500er Mercedes. Die Menge jubelt. Die Kapelle stimmt die Hamburger Kanzler-Hymne an:

Ein Freund, ein guter Freund,

das ist das Beste,

was es gibt auf der Welt.

Sechs Minuten vergehen, bis Helmut Kohl die 100 Schritte zur Bühne geschafft hat. Eine Huldigung. Die Anhänger lassen ihn spüren: Er, Helmut Kohl, kann es schaffen. Vom Podest aus hämmert er den 7000 ein, worum es jetzt geht: "Dass in Deutschland niemals wieder Kommunisten Zugang zur Macht haben sollten!"

Deutschland in Gefahr: "Rot-grüne Chaosregierung", "Zeitenwende", "Filz und Stillstand". Schließlich die Nationalhymne. Kanzler ab. Applaus, viele Minuten, Applaus.