die zeit: Sie haben Angewandte Kulturwissenschaft in Lüneburg studiert und über Rudi Carrell promoviert. Was ist an dem altgedienten Showmaster so erforschenswert?

Susanne Schult: Seine Langlebigkeit in der Showbranche. Er kam ja schon 1965 mit der ersten Show nach Deutschland und war über die Jahre mit verschiedenen Formaten erfolgreich. Er war der Erste, der - in der Rudi Carrell Show - auf Weinen als Unterhaltungselement gesetzt hat. Er hat vieles für den deutschen Markt entdeckt, von der Tagesshow bis zu Herzblatt.

zeit: Wie sind Sie auf das Thema Image eines Showstars gekommen?

Schult: Mir liegt einfach das Pragmatische. Meine Magisterarbeit hatte ich über die Frank-Elstner-Show Nase vorn geschrieben, und ich wollte gerne in dem Bereich weiterforschen und einen TV-Star unter verschiedenen Kriterien untersuchen.

zeit: Wie sind Sie vorgegangen?

Schult: Ich habe 2000 Presseartikel qualitativ und quantitativ ausgewertet, Carrells alte Shows und Kinofilme angeschaut und seine Autobiografie gelesen.

Und gegen Ende der Arbeit hatte ich ein ausführliches Gespräch mit ihm.