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Problematisch ist Ihr bildungspolitischer Grundtenor zugunsten von Eliteschulen.

Hochschullehrer der Kölner Physik haben schon lange mit Schülern zusammengearbeitet, und Letztere haben wissenschaftliche Arbeiten vor Studienbeginn in Fachzeitschriften veröffentlicht. Nötig waren dafür Fleiß, Begabung und Initiative, nicht aber besondere Schulformen.

Dietrich Stauffer, Köln

Wer nach Veränderungen in der Schulstruktur ruft, muss sich auch der Frage nach dem Sinn von Schule stellen. Geht es denn wirklich bloß um IQ-gerechte Wissensanhäufung nach wirtschaftlichen Prinzipien ("Effizienz" "optimiertes Timing", ...)? Auch ein hoch intelligenter Schüler ist zuallererst Mensch und braucht Freiraum zum Entwickeln menschlicher Fähigkeiten (wie Beziehungsfähigkeit, Umgang mit Konflikten und vieles andere mehr). Ich habe meine eigene Geschichte dabei vor Augen, habe ich doch die 11. Klasse übersprungen und 1999 Abi gemacht.

Meine Schule nach der 4. Klasse war damals eine der heute so verpönten Gesamtschulen - inzwischen sah die Leitung sich wohl vom öffentlichen Druck gezwungen, die innere Differenzierung auch in den Briefkopf aufzunehmen: Aus dem Gymnasialzweig der GSK (Gesamtschule Kirchhain) wurde das Alfred-Wegener-Gymnasium, als gäbe es den gemeinsamen Campus mit Haupt- und Realschule nicht mehr. Meiner Meinung nach sind viele Vorurteile, die über Gesamtschulen kursieren, falsch.

Die Abschaffung der Förderstufe ist ein Verlust. Jetzt werden die Grundschüler auch in meiner alten Schule gleich nach Zensur eingestuft und zugeteilt