Mit Büchern kann man kein Geld verdienen." Das bekam Friedhelm Schwarz schon mit zwölf Jahren von seinen Eltern zu hören. Damals verschlang er neben Tom Sawyer und Huckleberry Finn Unmengen an Sachbüchern, liebte Schulaufsätze und träumte davon, Autor zu werden. Heute, 37 Jahre später, weiß Schwarz, dass man mit Büchern doch Geld verdienen kann.

Friedhelm Schwarz ist Autor - gerade hat er ein Buch über den Nestlé-Konzern veröffentlicht - aber vor allem ist er Ghostwriter. Ein Beruf, der in Amerika längst gängig ist. Aber in Deutschland gilt es noch als anrüchig, sich mit fremden (Schreib-)Federn zu schmücken.

"Den meisten fällt es schwer zuzugeben, dass sie das Geschriebene nicht selbst verfasst haben", sagt Schwarz, "dabei muss doch nicht jeder Bücher schreiben können." Der 49-Jährige versteht Ghostwriting als reine Dienstleistung: "Wenn jemand zum Friseur geht und sich eine tolle Frisur machen lässt, hat das doch auch nichts Ehrenrühriges." Allein in Deutschland werden jährlich rund 80 000 Neuerscheinungen produziert. Wie viele davon nicht vom angegebenen Autor verfasst wurden, bleibt im Dunkeln. Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse ist Schwarz wieder einmal mit einem Taschenbuch vertreten. Seinen Namen sucht man natürlich vergeblich.

Friedhelm Schwarz lebt nahe der belgischen Grenze zusammen mit seiner Frau Ruth und sieben Katzen in einem dänisch anmutenden Häuschen. Kronenburg heißt das 445-Seelen-Dorf in der Eifel, in das es den Hamburger vor ein paar Jahren verschlagen hat. Mit seiner Frau hat er hier sein Büro gegründet: drei Räume, drei Schreibtische und eine Menge Billy-Regale voller Bücher. Ungefähr 100 Meter. Hauptsächlich Werke über Wirtschaft und Politik, denn sein Alter Ego sind Unternehmensberater, Konzernchefs oder Managementtrainer.

Wie kommt jemand, der ursprünglich eine Ausbildung zum Verwaltungsbeamten machte, dazu, Bücher zu schreiben? "Ich bin so rübergerutscht", sagt Schwarz.

Auf seinen Werdegang trifft das Wort "Patchwork-Karriere" zu: Als er von Verwaltung genug hatte, studierte er Sozialpsychologie, Wirtschaft und Recht, weil es ihn interessierte. Anschließend arbeitete er als Redakteur für ein Fotomagazin und landete in einer PR-Agentur. Er schrieb Texte über Badewannenfüße, Computerspiele oder Wärmedämmung und merkte, dass es ihm Spaß machte, sich in die verschiedensten Themen einzuarbeiten. Schließlich verfasste er mit einem Coautor sein erstes eigenes Buch: Werbung mit Power.

Leider verkaufte es sich nicht besonders gut. Aber es brachte Schwarz seinem Ziel ein großes Stück näher: "Ich wollte immer schreiben."