Arpad Pusztai wurde noch verlacht. Vor zwei Jahren hatte er angeblich nachgewiesen, dass gentechnisch veränderte Kartoffeln Ratten äußerst schlecht bekamen. Der Fall wurde hochgespielt, Genfood kam in Verruf. Später musste Pusztai herbe Kritik einstecken: Die Berichterstattung sei übertrieben worden, der Versuch mangelhaft durchgeführt. Die Industrie schien rehabilitiert.

Doch die Entwarnung kam möglicherweise zu früh. Diese Woche berichtet die Washington Post, dass nun der Fall geprüft würde, vor dem sich alle gefürchtet hatten: Mehrere Dutzend Menschen sollen vergangenen Herbst einen allergischen Schock erlitten haben, nachdem sie Lebensmittel aßen, in denen gentechnisch veränderter Mais enthalten war. Das Produkt stammt von der Firma Aventis, der Mais war eigentlich nur zur Fütterung von Tieren gedacht. Aber wie bekannt, ist in der Tiermehlindustrie eine saubere Trennung solcher Ingredienzien kaum möglich.

Noch ist der Zusammenhang nicht eindeutig bewiesen, doch die amerikanische Überwachungsbehörde FDA ist alarmiert. Anders als bei dem britischen Genverdacht lässt sich in diesem Fall die Sache dingfest machen. Finden sich nämlich in den nächsten Wochen im Blut der Opfer Antikörper gegen jenes Eiweiß, das die Maissorte StarLink immun gegen Schädlinge machen sollte, dann ist die Gefahr aus gentechnisch veränderten Lebensmitteln erstmals klar dokumentiert. Die junge Genfood-Industrie wird dann einen schweren Stand haben.