Der Mathematiker Phil Carmody hat die erste illegale Zahl entdeckt. Wenn man seine Primzahl nämlich in hexadezimaler Form durch ein Entpackungsprogramm namens gunzip schickt, so erscheint der Code eines Entschlüsselungsprogrammes namens DeCSS, das den Abspielschutz von DVD-Scheiben knackt. DeCSS wurde von einem amerikanischen Gericht für illegal erklärt, seine Verbreitung ist seitdem untersagt. Eigentlich müsste nun die Primzahl verboten werden, spötteln Mathematiker. Freilich ist Phil Carmody nicht zufällig auf die bösartige Zahl gestoßen: Er komprimierte den verbotenen Programmiercode von DeCSS und suchte dann nach einer Primzahl, die mit der so entstandenen Ziffernfolge beginnt.

Die Firma NCR hat zwei Patente aus dem Jahr 1987 ausgegraben und möchte auf ihrer Grundlage die Handheld-Hersteller Handspring und Palm verklagen. Patent Nummer 4 634 845 wurde für ein portables persönliches Terminal zuerkannt, das (finanzielle) Transaktionen durchführen kann, Patent Nummer 4 689 478 für die Durchführung von Transaktionen mit solch einem Terminal. NCR möchte nun den angeblich erlittenen "Milliardenschaden" ermitteln lassen. Palm und Handspring wollen sich gemeinsam gegen den Vorwurf wehren, NCR-Patente zu verletzen. Beobachter wundern sich freilich nicht nur über den Zeitpunkt, zu dem die mit Microsoft eng verbündete NCR die Klage vom Stapel lässt. Bei penibler Interpretation der Patente müsste auch jeder Hersteller von Mobiltelefonen zur Kasse gebeten werden.

Flatrate ist der technische Name für zeitlich unlimitiertes Surfen im Internet und wird meistens in Form einer Monatsgebühr abgegolten. In Ländern, in denen ein Flatrate-Zugang angeboten wird, ist die Internet-Nutzung intensiver. Für den in Deutschland immer wieder gescheiterten Pauschalpreis für Endverbraucher macht sich nun eine Reihe von Politikern aller Couleur stark. Strittig ist dabei die Frage, ob die Wirtschaft die Flatrate irgendwann von selbst einführt oder ob sie durch die Regulierungsbehörde Telekommunikation und Post (RegTP) verordnet werden muss. Dramatisch formulierte die Arbeitsgruppe Neue Medien der SPD-Bundestagsfraktion nun ihr Plädoyer für die Flatrate: Sie sei der Weg, um die drohende digitale Spaltung der kommenden Wissens- und Informationsgesellschaft zu verhindern. Ob einkommensschwache Haushalte allerdings mit einer Flatrate leichter ins Netz finden würden, ist bislang nicht wissenschaftlich untersucht worden.

Detlef Borchers (online@zeit.de)