Ein klares Dankeschön für diesen klaren Gedanken: "Es stimmt: Die Biomedizin kann sich in ihrer Forschung auf ein starkes moralisches Motiv berufen. Doch embryonale Stammzellen darf sie dafür nicht verwenden."

Diese Schlussfolgerung aus der Debatte über das therapeutische Klonen sollte Basis aller politischen Entscheidungen und wissenschaftlich-medizinischer Handlungen sein, denn damit lässt es sich leben.

Erst, wenn ich mich darauf verlassen kann, dass mich die Ärzte einmal nicht mit Medikamenten heilen, für deren Herstellung anderes Leben zum Zwecke seines Verbrauchs erzeugt wurde, sehe ich meine eigene Menschenwürde, beruhend auf dem Prinzip der Selbstachtung nicht in Gefahr.

Lisa Klotz-Zengin Berlin

Das Embryonenschutzgesetz wird eine Neuauflage erfahren. Es kann sich nicht mit Formulierungen wie "therapeutisches Klonen" und ihrer hohen moralischen Evidenz für Moralisten zufrieden geben. Es wird präzise sagen müssen, welche Verfahren erlaubt und welche verboten sind. Das gültige ESG nimmt bislang nur auf die Fortpflanzungsunterstützungstechniken Bezug. Vielleicht wird das neue Gesetz die Erzeugung von humanoiden Klons zu Forschungszwecken ausdrücklich verbieten, aber die "Vernutzung" von extrakorporalen Embryonen außerhalb der Reproduktionsmedizin erlauben.

An eine umsturzsichere Definition des Begriffs "Embryo" glaubt niemand mehr.

Die "Potenzialität" des Embryos hat unsere Hirne vernebelt. Alles, was sich zu einem Menschen auswächst, muss ein Embryo gewesen sein, aber eine retrograde Bestimmung ersetzt keine stadienbedingte Definition. Objektive Definitionen stehen nicht jenseits der Veränderlichkeit des Objekts.