Verwirrende Laute.

Italienische Bambini leiden nur halb so oft unter einer Lese-Rechtschreib-Schwäche wie US-amerikanische Kids. Offenbar liegt es nicht an unterschiedlich angelegten Hirnen, sondern an der Komplexität verschiedener Sprachen. Ein italienisch-britisches Forscherteam erklärt, dass bei Kindern mit Buchstabier-Problemen bestimmte Hirnareale beim Schreiben und Lesen streiken. Bei den Italienern falle das allerdings weniger auf, da sie eher nach Gehör schreiben könnten. Denn hinter den 25 Lauten des Italienischen können sich nur 33 Buchstaben-Kombinationen verbergen. Den 40 Lauten des Englischen dagegen lassen sich nicht weniger als 1120 Schreibweisen zuordnen. Da vertut man sich leicht zwischen ou, a und u. Das Französische ist übrigens fast ebenso verwirrend (Science, Bd. 291, S. 2165).

Wikinger auf Brautschau.

Zu Wikingerzeiten war Island ein Liebesnest. Dorthin zogen sich die skandinavischen Seekrieger mit ihren Eroberungen zurück, die sie unter den gälischen Frauen Britanniens machten. Das jedenfalls lesen isländische und britische Genetiker aus dem Erbgut der Isländerinnen. Sie untersuchten die DNA der Mitochondrien, die nur über die Eizelle weitergegeben wird. Demnach kamen 60 Prozent der ursprünglichen Siedlerinnen Islands aus Britannien.

Dagegen stammten 80 Prozent der ersten Island-Männer aus Skandinavien (American Journal of Human Genetics, Bd. 68, S. 723).

Hebamme für Amöben.

Amöben haben keinen Sex, brauchen aber Geburtshilfe. Ein Drittel ihrer Teilungsversuche scheitert, da sich die Tochterzellen nach der Verdoppelung nicht voneinander lösen - sie bleiben über einen dünnen Kanal verbandelt. Der siamesische Zell-Zwilling ruft dann biochemisch um Hilfe: Ein Botenstoff - vermutlich ein Molekül aus der Zellmembran - alarmiert eine andere Amöbe, die sich zwischen die Tochterzellen schiebt und sie ins selbstständige Leben drückt. Verhallt der Ruf ungehört, bleibt eine Zelle mit zwei Kernen zurück (Nature, Bd. 410, S. 430).