Da die Mietverträge in der Landessprache abgeschlossen und nur selten richtig gelesen werden, nutzen die Vermieter zahlreiche Hintertürchen, um sich aus der Haftung zu stehlen. So beschränkt sich etwa die Vollkaskoversicherung für Geländewagen häufig auf Schäden im Straßenverkehr, Schäden im Gelände sind dagegen gerade nicht gedeckt. Auch die Mindesthaftungssummen sind in Ländern wie der Türkei, Kroatien oder Spanien viel zu gering, größere Sach- oder Personenschäden werden nicht gedeckt. Die Versicherer raten daher dringend zum Abschluss einer so genannten Mallorca-Police: Sie ergänzt die Haftungssumme auf deutschen Standard und kostet rund 40 Mark im Monat. Bei einigen Versicherungen, etwa der Allianz und der HUK Coburg, ist die Police bereits in der einfachen Autohaftpflicht enthalten.

Mit dem Vertragsabschluss am Urlaubsort unterwirft sich der Mieter auch dem dort geltenden Recht. Die gerichtliche Durchsetzung möglicher Ansprüche kann je nach Land durchaus mehrere Jahre dauern und erhebliche Kosten mit sich bringen.

Der ADAC rät daher zur Buchung in Deutschland: "Der Kunde kann sich hier einen internationalen Vermieter aussuchen und den Wagen im Urlaubsland direkt am Flughafen oder Hotel übernehmen." In den beliebten Urlaubsgebieten rechnet der Club für die Osterferien mit einem weiteren Risiko für Kurzentschlossene: "Sie wollen einen Wagen, und es ist keiner mehr da."

Sorglos fahren Urlauber auch mit den All-inclusive-Paketen der großen Mietwagenvermittler Drive FTI (www.fti.de), Holiday (www.holidayautos.de) oder SunnyCars (www.sunnycars.de). Diese so genannten Broker haben sich ganz auf Urlaubsautos spezialisiert und arbeiten mit den Anbietern am Ferienort zusammen. Sie bieten die Wagen über Reisebüros oder direkt an. Holiday, der weltweit größte Vermittler hat allein 4000 Stationen in über 80 Ländern unter Vertrag. Mit der Abschaffung jeder Selbstbeteiligung für Vollkasko- und Diebstahlversicherung Ende letzten Jahres hat das Münchner Unternehmen die Konkurrenz weiter unter Druck gesetzt.

Inzwischen verzichtet auch SunnyCars in den meisten Urlaubsländern auf die Selbstbeteiligung, lediglich für eine Diebstahlversicherung in Italien zahlt der Mieter zu. Extrawünsche wie der Kindersitz oder ein Abstecher über die Grenze kosten allerdings auch bei den Brokern in der Regel ein paar Mark extra. Einwegmieten, Zweitfahrer und der Wagen vor der Hoteltür sind dagegen an vielen Orten inklusive.

Im Grundpreis etwas teurer bieten die großen Vermieter wie Europcar, Hertz oder Sixt ihre Flotte an. Sie garantieren den gewünschten Wagentyp und bieten mehr Auswahl in der gehobenen Klasse. Im Schadensfall wird allerdings grundsätzlich eine Selbstbeteiligung fällig. Mit 50 000 Pesetas (587 Mark) ist der Mieter auf Mallorca bei Hertz dabei, Europcar verlangt 29 000 (341 Mark), Sixt 20 000 (228 Mark).

Durch Kooperationen mit Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften bieten die Großen zunehmend Fly & Drive-Pakete an. "Für uns steht das Geschäft mit den Urlaubswagen ohnehin nicht im Mittelpunkt", erklärt Astrid Fait von Sixt, "wir verdienen hauptsächlich an Geschäftswagen." In dieser Saison gibt's die kleinen Flitzer auf Mallorca für knapp 300 Mark die Woche, Sprit natürlich extra, der Liter kostet zurzeit etwa 1,70 Mark.