Am Finanzplatz Deutschland tut sich was. Die Sparkassen wollen mit der Zeit gehen und haben einen Online-Broker gekauft. Dummerweise ist die Konkurrenz schon weiter. Sie will den Durchschnittskunden nach den jüngsten Börsenturbulenzen eine noch bessere Betreuung angedeihen lassen.

Was aber tun, damit nicht Tausende entnervter Kleinaktionäre die Telefonleitungen der Bankberater blockieren? Da hilft nur konsequentes Outsourcing.

Deshalb hat die Deutsche Bank am wichtigsten europäischen Finanzplatz einen Großversuch gestartet: Ihr Investmentbank-Ableger Morgan Grenfell kaufte vergangene Woche für 1,6 Milliarden Pfund die 3000 Pubs der Whitbread-Gruppe und besitzt damit 5 Prozent aller Kneipen Großbritanniens. Da gehören arme Schlucker nämlich hin.

Nun klingelt bei den Frankfurtern jedes Mal die Kasse, wenn in London oder Edinburgh ein Hobbyspekulant seinen Frust mit einem lauwarmen Pint ertränkt. Wenn der Test gut läuft, werden die Deutschbanker bestimmt auch hierzulande aktiv. Ihre Immobilienexperten sollen bereits in Frankfurter Äppelwoi-Kneipen gesichtet worden sein. Die Per-Saldo-Redaktion rät den Sparkassen, diesen Trend nicht auch noch zu verschlafen. Deshalb unser Hinweis: Die Kantine des größten Sozialamts der Republik in Berlin-Neukölln kann gepachtet werden.