Ex-Gesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne) und Margot von Renesse (SPD), Vorsitzende der Bundestags-Enquête-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin" plädieren für eine Gesetzgebung, die in bioethischen Fragen "der Widersprüchlichkeit des Lebens Rechnung trägt". In einem Beitrag für die ZEIT verteidigen die Politikerinnen ihren Vorschlag, die Präimplantationsdiagnostik (PID) ähnlich wie den Schwangerschaftsabbruch zu regeln - "also mit der Konstruktion ‚rechtswidrig, aber straffrei'".

Bei einer Parlamentsentscheidung zu den Problemen der Fortpflanzungsmedizin müsse die unterlegene Minderheit das Vertrauen haben können, dass ihre Gesichtspunkte von der Mehrheit nicht einfach übergangen würden. Fischer und Renesse wenden sich dagegen, die Anwendung der Präimplantationsdiagnostik nur durch ärztliches Standesrecht zu regulieren: "PID nimmt die Verwerfung von geschädigten Embryonen in Kauf. Die Entscheidung darüber, ob dies hingenommen werden kann, muss der Gesetzgeber treffen." Was die vorgeburtliche Diagnostik angehe, so sei "nicht die Einführung neuer Verbote" angezeigt, sondern ein "Anspruch für betroffene Frauen auf fachkundige Beratung".

Um Eltern die Annahme eines behinderten Kindes zu erleichtern, fordern Fischer und Renesse, "dass endlich der Unterhaltsregress abgeschafft wird, der Eltern eines behinderten Kindes mit lebenslanger finanzieller Verantwortung bedroht".

Die nun schon zehn Jahre dauernde Krise der japanischen Wirtschaft wird so schnell nicht zu beenden sein. Zu dieser Einschätzung kommt Altbundeskanzler Helmut. Für die von einer Rezession bedrohte Weltwirtschaft sei diese Aussicht "nicht sonderlich erfreulich", so Schmidt. Helfen könnte der japanischen Wirtschaft nur ein "durchgreifendes Deregulierungsprogramm", "mehr Transparenz in den großen Verbundkonzernen" sowie eine "effiziente Bankaufsicht". Unter den gegenwärtigen politischen Verhältnissen sei es allerdings unwahrscheinlich, dass derartige Reformen demnächst in Angriff genommen werden.

Ursache der Krise ist nach Ansicht des Altkanzlers letztlich eine unfähige Politikerkaste. Keine der im Schnitt anderthalbjährlich wechselnden Regierungen habe realisiert, dass die Anfang der neunziger Jahre zusammenbrechenden Aktien- und Grundstücksmärkte zu einer Vertrauenskrise der ganzen Nation führten. Deshalb würden heute selbst Senkungen der Leitzinsen bis auf den Nullpunkt wirkungslos verpuffen. Da es die Machtstrukturen innerhalb der ewigen Regierungspartei LDP reformerisch gesonnenen Jungpolitikern nahezu unmöglich machen sich durchzusetzen, bestehe auch in Hinblick auf die Wahlen im Sommer kaum Hoffnung auf Besserung, zumal in Japan keine leistungsfähige Opposition vorhanden sei. "Es wird deshalb einstweilen bei der wirtschafts- und finanzpolitischen Durchwurstelei bleiben, auch unter einem neuen Ministerpräsidenten." Langfristig geht Schmidt davon aus, dass China den alten Konkurrenten Japan in der wirtschaftlichen Bedeutung überholen wird.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, fordert in einem Interview eine "Wende hin zur Impfpolitik" bei der Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche und ein "Umdenken im weltweiten Handel".

Die jahrelange Politik des strikten Nicht-Impfens habe dazu geführt, dass Industrie und Wissenschaft "nicht mehr ausreichend geforscht und investiert" hätten, so Sonnleitner. Obwohl der Bauernverband schon 1995 auf dieses Manko aufmerksam gemacht habe, gebe es bis heute keine so genannten Marker-Impfstoffe, welche die Unterscheidung von erkrankten und nur geimpften Tieren ermöglichen. Weil Länder, die mit konventionellem Stoff impfen mit einem Exportverbot belegt werden, müssen von MKS bedrohte oder befallene Tierbestände getötet und vernichtet werden. Er sei sich aber mit vielen seiner europäischen Kollegen einig, dass die Landwirtschaft gesellschaftliche Akzeptanz verliere, "wenn die Menschen die Scheiterhaufen und Kadavergräber sehen".