Was ist schlimmer als der Tod? Woody Allen weiß die Antwort: "Ein Abend mit einem Versicherungsvertreter." Diese Tortur kann sich der findige Kunde im Online-Zeitalter ersparen. Im Internet nervt "Herr Kaiser" nicht mehr. Im Gegenteil: Er informiert unaufdringlich über die Leistungen von Versicherungen, vergleicht Preise, bietet vielerlei Service rund um den Versicherungsschutz. Und das Beste daran: Er lässt sich in Sekundenschnelle wegklicken.

Die Online-Revolution wirbelt zunehmend auch das altmodische Versicherungsgewerbe durcheinander. "Der Trend geht zur Internet-Police", prognostiziert Carlos Reiss, Vorstandsmitglied der größten deutschen Online-Versicherungsplattform InsuranceCity, eines reinen Internet-Versicherungsmaklers. "Wir rechnen fest damit, dass schon in zwei Jahren rund sieben Prozent des Beitragsvolumens - mehr als 17 Milliarden Mark - über das Web erzielt werden." Gute Aussichten also für den virtuellen Vertreter.

Davon ist offenbar auch Rolf Peter Hoenen überzeugt. Der Chef der HUK-Coburg Versicherungsgruppe hat einen reinen Internet-Sachversicherer ins Rennen geschickt. Die HUK24 ist nur über das Web erreichbar und bietet bislang Kfz-, Haftpflicht-, Unfall-, Sach- und Rechtsschutzversicherungen, außerdem private Krankenversicherungen und Bausparprodukte. In diesem Jahr sollen Lebens- und private Rentenversicherungen hinzukommen. Der Vorteil für Online-Kunden: Auf die ohnehin günstigen HUK-Versicherungen gibt es im Netz noch zusätzlich Rabatt. Bei der Autoversicherung sind es fünf Prozent Nachlass, bei der Unfallversicherung 20 Prozent. Die meisten anderen Policen gibt es 15 Prozent billiger als beim HUK-Vermittler. Auch die mamax-Lebensversicherung, der erste virtuelle Lebensversicherer, eine Tochter der Mannheimer Versicherung, lockt Kunden mit handfesten finanziellen Anreizen zum virtuellen Vertragsabschluss: Mamax verzichtet beim Online-Abschluss auf die sonst übliche Provision, der Kunde kann so leicht mehrere tausend Mark pro Vertrag sparen.

Unfallmeldung über das Wap-Handy

Die technisch fortschrittlichste Internet-Versicherungsgesellschaft stammt allerdings aus den Niederlanden. Sie heißt ineas und bietet ihre Produkte auch in Deutschland an. Wer bei ihr eine private Unfallversicherung abgeschlossen hat, kann seinen Schaden direkt vom Unfallort per Wap-Handy melden.

Noch sind Internet-Versicherer allerdings die Ausnahme. Zwar sind inzwischen acht von zehn deutschen Unternehmen mit eigenen Seiten im Netz präsent. Doch einen Abschluss per Mausklick bieten sie meist nicht an.

Deshalb haben Internet-Versicherungsmakler wie InsuranceCity in der Surfergemeinde die Nase vorn. Diese Plattformen haben wie der herkömmliche Versicherungsmakler Angebote mehrerer Versicherer im Programm. Sie liefern Preis- und Leistungsvergleiche und detaillierte Informationen zu einzelnen Policen. Wer den billigsten Versicherer über eine solche Plattform sucht, wird jedoch enttäuscht. Weil auch virtuelle Makler von den Verkaufsprovisionen leben, sind die billigen Direktversicherer wie Cosmos, Europa oder Ontos in den Preisvergleichen kaum vertreten. Sinnvoll ist es daher, gleichzeitig die Homepages von Direktanbietern zu besuchen.