Trotzdem tragen viele der Rebellen auf der Straße die Produkte der weltweit operierenden Markengiganten. Immerhin sind die Converse Allstars im Bild ein echter Klassiker und haben eine lange Tradition als Sportschuh der Nichtangepassten. Seit 1917 gibt es die Basketballschuhe, von ihren Fans schlicht Chucks genannt, nach dem legendären Basketballspieler und Converse-Mitarbeiter Chuck Taylor, der nach seiner aktiven Zeit mit einem Cadillac über Land fuhr, um für den Sport und die Schuhe zu werben. Er hat Converse groß gemacht, heißt es. Seit 1923 ziert daher sein Name auch den runden Aufnäher auf den Sneakers.

Der Pfeife rauchende Sportler, der im Auto und im Motel schlief und seine privaten Habseligkeiten in einem Kleiderschrank des Unternehmens aufbewahrte, war so etwas wie der erste Michael Jordan, ein "Botschafter". 1936 wurden die Chucks zum offiziellen Schuh der amerikanischen Basketballmannschaft. Der Siegeszug der Marke begann. In den 91 Jahren, die es das Unternehmen nun gibt, hat Converse ungefähr 600 Millionen Segeltuchschuhe hergestellt.

Alle haben diese Allstars einmal getragen, von Michael J. Fox in Zurück in die Zukunft bis hin zu den Ramones, der größten Punkrockband aller Zeiten, und Marc Jacobs (gern auch bei den Defilees seiner Louis-Vuitton-Kollektionen in Paris).

Stolz waren die Freunde des Turnschuhs lange Zeit vor allem darauf, dass die Converse Allstars in den USA hergestellt wurden und nicht in asiatischen sweatshops. Aber in den letzten Jahren wich auch Converse bei den Chucks zunehmend auf billige Produzenten in Asien aus. Aus dem stolzen Etikett " made in USA", das alle diese Schuhe früher zierte, wurde zum Teil ein schlichtes " designed in USA".

Konkurrenzdruck und eine zunehmende Abneigung von Jugendlichen gegenüber Markenriesen, die durch Ausbeutung von Arbeitern in armen Ländern und Freihandelszonen noch mehr Geld verdienen, können jedoch auch einer Legende schaden. Am 22. Januar dieses Jahres meldete Converse schließlich die Pleite des Unternehmens. Alle amerikanischen Fabriken werden bis zum 31. März 2001 geschlossen. Das ist also das endgültige Ende der Converse Allstars made in USA. Voraussichtlich werden künftig nur noch Lizenzprodukte in Asien hergestellt. Das aber bitte nicht gleich Deedee Ramone erzählen, der rockt nämlich gerade durch Deutschland.

Chuck Taylors Converse Allstars: das Original aus den USA nicht mehr lange für 33 Dollar in zehn Farben. Über www.classicsportsshoes.com