Am DONNERSTAG fahre ich mittags nach Linz, dort geben wir abends ein Konzert.

Dann habe ich noch Zeit für einen kleinen Stadtbummel - und wie ich mich kenne, werde ich dann bestimmt wieder etwas kaufen, was ich eigentlich nicht brauche. Meistens sind es Schuhe. Ich besitze 70 oder 80 Paar. Auf Tournee habe ich aber immer nur vier oder fünf Paar dabei.

Am frühen Abend treffe ich mich mit meinen Kollegen, den Musikern und dem restlichen Team in der Halle. In Linz ist es der Kursaal, glaube ich. Dann machen wir einen Soundcheck, schauen uns die Bühne an, testen, wie der Saal akustisch reagiert, inspizieren unsere Requisiten. In Linz haben wir bereits Konzerte gegeben, daher sind wir recht zuversichtlich, dass uns die Leute mit offenen Armen empfangen werden.

Am FREITAG geht es weiter nach Augsburg. Wir drei haben einen eigenen Tourwagen, zum Glück, sodass wir etwas später aufbrechen können. Abends essen wir alle gemeinsam, wir haben eigens einen Tourneekoch und eine mobile Küche dabei. Anders wären die 50 Leute, die uns begleiten, nicht zu versorgen.

Am Wochenende haben wir frei. Meine Kollegen, die beide aus München kommen, werden SAMSTAG früh nach Hause fahren. Ich habe einen weiteren Weg, ich wohne in Trier. Vor der langen Autofahrt werde ich ausgiebig in der schönen Augsburger Altstadt spazieren gehen. Wenn ich auf Tournee bin, genieße ich jede Minute, in der ich mich im Freien aufhalten kann. Allzu viele Gelegenheiten gibt es dafür nämlich nicht. Die meiste Zeit verbringe ich im Auto, in Hotels und Konzerthallen.

Am SONNTAG werde ich zu Hause ein bisschen Büroarbeit erledigen. Es ist nämlich nicht so, dass wir Künstler nur unsere Auftritte absolvieren und uns nicht um die Organisation kümmern. Natürlich vereinbart unsere Managerin die Termine für uns, aber wir besprechen alles Wichtige ausführlich: ob es sinnvoll ist, mal eben eine CD-Aufnahme einzuschieben oder einen freien Tag für eine Gala in Dubai oder Antalya zu opfern. Weil ich so oft unterwegs bin, reserviere ich immer einen Teil meiner freien Zeit für die Familie und die Freunde.

Am MONTAG werde ich nach Saarbrücken fahren und von da aus nach Berlin fliegen. Auf das Konzert freue ich mich besonders, weil ich meinen Bruder, der in Berlin lebt, treffen werde. Er ist auch Sänger - Rocksänger -, und ich bin sehr gespannt darauf, was er zur Show sagen wird. Musikalische Berührungsängste haben wir beide nicht. Ich weiß, dass er unsere Musik spannend findet und dass sie ihm gefällt, weil wir viel riskieren. Einen Mozart kann man nur wie einen Mozart interpretieren, aber wir mischen viele Genres und versuchen, unsere eigene Interpretation zu finden. Wir nehmen uns also viele Freiheiten, gehen aber auch ein hohes Risiko ein.