Alte kalte Zwerge.

Astronomen haben in der Milchstraße erstmals einen Teil der dunklen Materie im Vorhof (dem "Halo") unserer Galaxie direkt beobachtet: 38 alte Weiße Zwerge, die sich dort herumtreiben. Solche ausgebrannten Sonnen haben die Forscher schon lange vermutet, aber bislang nicht gefunden. Der Grund: Früher suchten die Astronomen im falschen Frequenzbereich. Statt im roten offenbarten sich die ausgeglühten Weißen Zwerge nun im blauen Licht (Science, Bd. 291. S. 2386). Die Astronomen spekulieren, dass die Weißen Zwerge mindestens drei, vielleicht sogar 35 Prozent der dunklen Materie im Halo unserer Galaxie ausmachen könnten. Diese geheimnisvolle Materie wird dafür verantwortlich gemacht, dass alle Bereiche der Milchstraße mit nahezu gleicher Geschwindigkeit durch das All wirbeln - obwohl sich die Sternenschar an den Rändern der Galaxie so ausdünnt, dass ihre Schwerkraft nicht reicht, die äußeren Sterne mitzuziehen. Einen Teil dieser Kraft schreiben die Forscher nun den Weißen Zwergen zu.

Tödliche Tröpfchen.

Eine neue Variante des Masern-Virus hat im indischen West-Bengalen zahlreiche Fälle einer tödlichen Hirnhautentzündung ausgelöst (British Medical Journal, Bd. 322, S.693). Mindestens 28 Menschen sind an dem Virus gestorben - darunter zwei Ärzte und fünf Krankenschwestern. Der Keim befällt das Gehirn oder die Nieren. Im Endstadium löst er eine Lungenentzündung aus, in deren Verlauf er sich über Tröpfchen weiterverbreitet. Die Masern-Impfung schützt anscheinend nicht gegen die Infektion. Obwohl indische Ärzte gründlich gegen Masern impfen, ist das bereits der dritte Ausbruch seit 1998.

Billige Abgaswäsche.

Quecksilber aus Klärschlämmen verpestet die Abgase von Kohlekraftwerken und Verbrennungsanlagen für Sondermüll. Doch Wissenschaftler vom Forschungszentrum Karlsruhe haben ein einfaches Verfahren ausgetüftelt, um das giftige Metall herauszuholen. Sie sprühen eine Wasserstoffperoxid-Lösung in den Rauch und verwandeln das Quecksilber so in wasserlösliche Verbindungen. Die waschen sie anschließend heraus. In einer schwedischen Pilot-Anlage konnten sie mit dieser Methode das Quecksilber in den Abgasen auf ein Tausendstel reduzieren. Zudem ist das Verfahren 60 Prozent billiger als die herkömmliche Reinigung mit Aktivkohle.

Sparflamme statt Strohfeuer.