die zeit: Sie sind Professor der Erziehungswissenschaft an der Universität Freiburg und Initiator eines deutschlandweit einmaligen Studiengangs: Bildungsplanung und Instructional Design. Ein schwieriger Name - was steckt dahinter?

Norbert Seel: In den USA gibt es die Disziplin Instructional Design schon seit Jahrzehnten. Auch in den Niederlanden ist sie längst ein Begriff.

Gemeint ist die professionelle Planung, Entwicklung und Auswertung von Lehrgängen und Lernumgebungen. Voraussetzung dafür ist pädagogisches Expertenwissen über die Bedingungen und Effekte des Lehrens und Lernens.

Instructional Design baut dabei auf psychologischen Lerntheorien auf.

zeit: Der neue Studiengang wird voraussichtlich im Oktober 2001 starten. Dann wird es in Freiburg den Magisterstudiengang Erziehungswissenschaft nicht mehr geben. Was bedeutet das für die Studienanfänger?

Seel: Sie machen schon nach drei Jahren einen Abschluss, den Bachelor of Arts (B.A.). Wer die wissenschaftliche Laufbahn anstrebt, kann einen Masterstudiengang und schließlich noch ein Promotionsstudium anschließen.

Ziel des B.A.-Studiums ist die Ausbildung des modernen Bildungsplaners und -managers, der für Schulen, Hochschulen oder Unternehmen arbeiten kann. Ein Praktikum ist obligatorisch.