Wie kann einer glauben, das Theater der "Pop-Regie" verliere sein Publikum, weil es sich zu einem "hermetischen Theater für Connaisseurs" entwickle? Merkt Herr Jörder denn nicht, dass der Kaiser nackt ist?

Wer regelmäßig das Theater besucht, sucht dort eben kein Fernsehen, kein Musical und so weiter. Wer wie etwa Haußmann und die ganze "Fun-Gruppe" Unterhaltung für pubertierende Girlies produziert, macht sich selbst überflüssig

denn von dieser Unterhaltung gibt es überall mehr als genug, selbst Politik verwandelt sich mit faszinierender Geschwindigkeit dazu. Und in dem Maße, wie ihr die eigentlichen Inhalte belanglos werden, verdrießt sie ihr Publikum. Gerade so im Theater. Schließlich besteht nicht einmal für Schulklassen mehr Bedarf an solcher Selbstinszenierung, da im Unterricht ja hoffentlich - noch - Texte behandelt werden, was man von mancher aktuellen Theaterinszenierung mit Fug bezweifeln kann.

Jörg M. Detmold Duisburg

Schon vor etlichen Jahren habe ich ein Wort erfunden: "Regiekrampf". Ich habe in Gesprächen nie ein Nichteinverständnis erlebt.

Der alte Moor wird in einem Krankenbett hereingerollt, an dem auf der Zuschauerseite ein Urinal hängt. - Die Libertiner/Banditen werden in Kleidung und Gehabe nazioid dargestellt. - Das Bühnenbild einer Aida-Aufführung besteht nur aus riesigen grauen Wänden, die von Bühnenarbeitern in Arbeitskleidung scheinbar/anscheinend sinnlos hin- und hergeschoben werden. -

In Romeo und Julia war ein großes weißes Tuch über den Friedhof gelegt, und R & J vergnügten sich darunter.