Es ist das immergleiche absurde Protestritual im Wendland, und auch dieses Mal trägt es wieder den Charakter eines wohlinszenierten Endspiels.

Den Part der Demonstranten verkörpern ganz unterschiedliche Personen, die aber aufpassen müssen, dass sie am Ende nicht über einen Kamm geschoren werden. Es treten auf: die wackeren Bauern und Bewohner des Wendlands, deren Widerstand gegen das Atommülllager man gut verstehen kann. Zu ihnen gesellt sich eine Hand voll prominenter grüner Politiker, die sich selbst zu Clowns machen, weil sie den Atomkonsens unterstützen, aber auch den Protest dagegen wollen. Sie alle können nicht verhindern, dass die Gewalttätigkeit einer kleinen Gruppe bedenkenloser Desperados das Bild der Demonstrationen prägt - auch, aber nicht nur dank Mitwirkung der gierigen Medien.

Zu den Akteuren gehört jedoch auch der Staat: In der geradezu lustvollen Art, in der er die Castor-Transporte durch die Republik mit detaillierter Bekanntgabe des Fahrplans zelebriert, trägt er zum bizarren Hexentanz im Wendland bei. Aus diesem Ritual müssen alle Beteiligten endlich ausbrechen.

Sonst gibt es kein Ende der Gewaltspirale. mak