Die Denkweise der Vertreter der Hypermoderne ist erstaunlich klar und radikal. Allein, sie ist alles andere als neu. Bereits im 19. Jahrhundert sprach ein bärtiger Philosoph aus Trier davon, dass man die Gesetze der Natur auf die Kultur anwenden müsse, um irgendwann später blitzgeschwind die absolute Gleichheit aller zu erreichen und ein, in Mores Worten, "Reich der Freiheit ohne Krankheit und Tod, Alter und Sorge" zu errichten.

Dass ein solches Reich Utopie ist, solange jeder Mensch noch einen Funken von individuellem Streben in sich trägt, dafür hat es genug Beweise gegeben. Und wahrscheinlich wissen das auch die Hypermodernen, sonst würden sie nicht mit so viel Enthusiasmus die Verschmelzung von Subjekt und Objekt, von beseeltem Menschen und seelenloser Maschine prophezeien.

Wahrlich: Wenn es den Menschen gelingen sollte, sich in ein Heer von Automaten zu verwandeln, ist die absolute Gleichheit genauso garantiert wie das absolute Glück für alle. Der Haken daran ist nur, dass, wenn es keine Menschen mehr gibt, sich auch niemand mehr über diesen finalen Zustand freuen kann. Insofern ist das hypermoderne Denken der Gipfel aller Perversionen, ein Sieg des Mephistopheles: Eine zufriedene "Fleischmaschine" ist besser als ein nie zufrieden zu stellender Mensch.

Sebastian Flad, Schüler Chemnitz

Was die Genmanipulatoren planen, geht nicht ganz auf. Erstens werden gerade auch aus der Genforschung selbst Erkenntnisse gewonnen, dass die Gene womöglich doch nicht so determinierend sind, wie oft behauptet wird. Zweitens hängen die Gene untereinander und die damit verbundenen Merkmalsausprägungen nicht immer eindeutig linear-kausal zusammen, sondern eher zirkulär-kausal, was eine exakte Menschenplanung gar nicht möglich macht. Drittens ist ein Baby noch kein Erwachsener. Wenn es keine Bezugspersonen hat, die sich liebevoll und in Anerkennung der Person um es kümmern, bis es 18 oder 20 Jahre alt ist, dann nützt ihm die beste genetische Ausstattung nichts, beziehungsweise es wird gerade seine Intelligenz dazu benutzen, sich zu rächen. Wenn ich ein Macher wäre, hätte ich große Angst vor "meinem" Geschöpf. Wer wird wen umbringen?

Lisa Klotz-Zengin, Berlin