Als Geschäftsmann war Frank Wössner für den Bertelsmann-Buchbereich zuständig. Als Mäzen und Förderer war er eine Art Nebenkulturreferent der Stadt München. Unter seiner Ägide entstand vor 20 Jahren die Reihe Reden über das eigene Land - mit Vortragenden wie Willy Brandt, Schimon Peres oder Stefan Heym. Als die Kammerspiele wegen Umbaus geschlossen wurden, ging es weiter im Münchner Literaturhaus, das Wössner mit Geld und Einsatz aufbauen half. Roman Herzog oder Samuel Huntington diskutierte dort über Nationalismus oder den "Konflikt der Kulturen". An der Uni München hat er "Manuskriptum" mitbegründet, einen Kurs über "Creative Writing". Die Münchner Pinakothek der Moderne hat er mit siebenstelligen Summen unterstützt. Am 31. März scheidet Wössner aus dem Konzern aus. Man muss sich wünschen, dass Nachfolger Olsen diese Tradition weiterführt.