Kommt die Rede auf unseren Film, wird Kollege M., sonst wirklich zugänglich, plötzlich unwirsch. Er habe, hat er erzählt, nach dem Kinobesuch entschieden, sich nie wieder ein Werk aus dem cineastischen Schaffen dieses Landes anzuschauen. Zu sehr habe ihn das Opus gequält, und dass Freunde ihm den Film auch noch empfohlen hatten, sei ihm ein Rätsel.

Kollege M. hat Recht: Man kann den Film nur mögen oder ablehnen, ein Mittelweg fällt flach bei der Art der Inszenierung, die es so vorher noch nie gab. Immer dann, wenn in einer Situation alle ratlos scheinen, besinnt sich der Regisseur nämlich auf ein ganz bestimmtes Stilmittel. Es beleuchtet die Situation, ja kommentiert sie, und es verhilft dem Zuschauer zu einem Déjà-vu-Erlebnis. Aber das haben selbstredend nur jene, die auch eine Affinität zum Land und dessen Populärkultur besitzen. Der Regisseur ist dafür bekannt, dass er gern noch eine zweite, in seiner Nation beliebte Kulturtradition aufgreift. Das Kinoplakat unseres Films zeugt davon. Außerdem arbeitet er nur mit vertrauten Schauspielern. Hier waren zwei dabei, mit denen er schon ein Zweipersonenstück gedreht hat

das Drehbuch fürs Duett schrieben zwei andere, die auch hier zuständig waren und sich ihre eigenen Rollen gleich auf den Leib erdachten.

Das taten sie kürzlich erneut in einer Tragikomödie, die wir Kollege M. trotz allem ans Herz legen: wegen der schnellen, dem Alltag abgelauschten Dialoge, wegen des präzisen Blicks auf die Gesellschaft und deren feine Unterschiede.

Und wegen des Sinns für jene Art von Situationskomik, die ohne trauriges Moment nie auskommt. Man findet das alles durchaus schon in dem früheren Film, nur eben überlagert von der einen, etwas befremdlichen Idee. Wie heißt der Film?

Preise: Unter den richtigen Einsendungen werden fünf Videos des gesuchten Spielfilms verlost. Einsendeschluss ist der 3. April 2001. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Unsere Anschrift: DIE ZEIT-Rätselredaktion, Stichwort: Filmrätsel, Postfach 10 68 08, 20045 Hamburg, oder per E-Mail an filmraetsel@zeit.de

Auflösung aus Nr. 13: Winterschläfer (BRD 1997)