210 Motorräder, 55 Autos und 5 Flugzeuge - seine Sammlung war beachtlich.

Zeitlebens liebte er alles, was schnell ging. Die Verfolgungsjagden in seinen Filmen fuhr er persönlich, und eine Kleinigkeit wie ein gebrochener Fuß konnte ihn nicht davon abhalten, an einem Rennen teilzunehmen. Sogar einen eigenen Schalensitz meldete er zum Patent an. Ist es Zufall, dass Terrence Steve McQueen in Indianapolis geboren wurde?

Mehr oder weniger. Sein Vater und seine Mutter waren dorthin durchgebrannt.

Der Vater verschwand kurz darauf. Die Mutter trank, brachte ihn bei einem Onkel in Missouri unter und zog weiter nach Los Angeles. Der Junge flog von der Schule, zog mit Straßengangs herum. Als er beim Klauen von Radkappen erwischt wurde, kam er ins Heim.

Jahrelang driftete er durch die Welt, als Arbeiter auf den Ölfeldern von Texas, als Aufpasser in Bordellen, als Vertreter und Holzfäller. Er landete schließlich, seiner Mutter folgend, in New York und nahm, weil er das noch nicht probiert hatte, Schauspielunterricht. 1955 war er neben Martin Landau der Einzige unter 2000 Bewerbern, die in Lee Strasbergs Schule aufgenommen wurden. Neile Adams, seine erste Frau, war ein Star am Broadway. Ihre Karriere opferte sie sanglos, während sie die seine förderte. Nicht nur sie verliebte sich in den Strahl seiner blauen Augen, sondern bald auch die Kameras, die Filmgewaltigen und ein Millionenpublikum. Ali McGrawl, seine spätere zweite Frau, spielte die weibliche Hauptrolle in Getaway. Sie lernte bei den Dreharbeiten nicht nur Schießen und Autofahren, sondern auch den Hauptdarsteller kennen - und verließ mit wehenden Fahnen ihren Gatten Robert Evans, den Chef von Paramount.

Wie Paul Newman, Dennis Hopper, James Dean, Marlon Brando - die anderen Angry Young Men dieser Zeit - musste Steve McQueen nichts Besonderes tun, um zu wirken. Es genügte der gerade, harte Blick, die regungslose Miene.

McQueen war der King of Cool: ein unberechenbarer Einzelkämpfer, der mit einem Zucken seiner Mundwinkel alles versprach, wonach sich das Publikum in den Sechzigern sehnte: Adrenalin, Sex, Rebellion. McQueen hatte nicht um das Leben gebeten, in das er geworfen wurde. Aber er war entschlossen, ihm alles abzutrotzen. Für seinen ersten Kinofilm, 1956, zahlte man ihm 19 Dollar pro Drehtag, für Flammendes Inferno (1974) bekam er 14 Millionen.