Fast 12 000 Wissenschaftler aus 120 Ländern fordern in einer Resolution die Einrichtung einer Public Library of Science (www.publiclibraryofscience.org). In diese internationale Internet-Bibliothek sollen wissenschaftliche Artikel sechs Monate nach ihrer Veröffentlichung in Fachzeitschriften eingehen und damit der Gemeinschaft aller Forscher zugänglich sein. In einem offenen Brief an bekannte Wissenschaftsorgane wird die Praxis von Zeitschriften verurteilt, wichtige Artikel auch nach Jahren noch ihren Abonnenten vorzubehalten. Besonders in der Biomedizin, wo die Veröffentlichung von Artikeln Börsenkurse beeinflussen kann, monieren die Wissenschaftler einen drastischen Verfall der Sitten.

Die Why Files der Universität von Wisconsin sind eine Website, die sich mit dem wissenschaftlichen Gehalt von Nachrichten beschäftigt. Bekannte Forscher erklären Zusammenhänge, die in den Meldungen verkürzt oder falsch dargestellt werden. Nun sollen die Why Files nach dem Willen der Fernsehgesellschaft Fox Networks verschwinden. Fox produziert die TV-Serie X-Files, hierzulande als Akte X bekannt. Weil Why Files im Englischen wie "Y-Files" ausgesprochen wird, verletze der Name die Rechte von X-Files. Der Versuch, Wissenschaft verständlich zu erklären, schade dem Image einer TV-Sendung, die sich mit Übernatürlichem beschäftigt, meint ein Fox-Anwalt. Die Wissenschaftler haben sich unterdessen bereit erklärt, um übernatürliche Phänomene einen Bogen zu machen.

Auf der Computermesse Cebit wurde das bisher größte Bluetooth-Netz der Welt installiert, das den praktischen Nutzen des neuen Standards zur Funkübertragung demonstrieren sollte. Dabei soll sich etwa ein Kopfhörer drahtlos mit dem Mobiltelefon oder die Boxen einer Musikanlage mit dem Verstärker verständigen. So weit die Theorie. Im praktischen Test auf der Messe hatten die verschiedenen Bluetooth-Geräte dagegen erhebliche Verständigungsprobleme, sowie sie nicht von ein und derselben Firma kamen.

Anders als beim drahtlosen Ethernet, wo ein Labor die Einhaltung der vereinbarten Standards rigoros überprüft, ist bei Bluetooth jede Firma für sich selbst verantwortlich. Bluetooth ist nach dem Dänenkönig Harald Blauzahn benannt, unter dessen Herrschaft sich Dänen und Schweden vor der ersten Jahrtausendwende zu einem Reich zusammenschlossen. Der Name hat unfreiwilligen Symbolcharakter bekommen: Auch Blauzahns Reich war nur von kurzer Dauer.

Detlef Borchers (online@zeit.de)