Der Sieger beim edlen Wettkampf zwischen Künstler und Museum sei der Sammler, sagte Walter Grasskamp auf dem Kunsthistorikerkongress in Hamburg. Kaum gesagt, Beispiele auf Anfrage, schon belegt mit neuen Nachrichten. Friedrich Karl Flick, der Enkel des deutschen Rüstungsfabrikanten und seit 25 Jahren Schweizer Steuerzahler, war auf moralischen Widerstand gestoßen mit seiner Ankündigung, in Zürich ein Museum zeitgenössischer Kunst einrichten zu wollen, auf seine Kosten und mit seiner Sammlung. Ehe Flick und seine Familie, so der Tenor des währschaften Widerstands, sich nicht am Zwangsarbeiterfonds beteiligten, wolle man mit unsauberem Geld finanzierte Wohltaten nicht annehmen. Flick reagierte mit einem Manöver, das nicht besser ist als die Attacke. Er fühle sich nicht schuldig für die Taten seines Großvaters, sagte er, wolle aber mit zehn Millionen Mark eine Stiftung "Zivilcourage gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz" gründen.

Wo wird diese Stiftung angesiedelt sein? Nein, nicht in Davos oder in Zürich, sondern in Deutschland. Brav! Und weil das so schön ist, fügen wir gleich noch ein neues Sammler-Bekenntnis hinzu. Als der Bauunternehmer Hans Grothe jetzt die Wiedereröffnung seiner Sammlung in der Duisburger Küppersmühle, einem vorwiegend mit Landesmitteln umgebauten Industriegebäude, mit Bundeskanzler Schröder feierte, sagte er: "Ich bin stolz darauf, deutsche Gemälde gesammelt zu haben." Doppelt brav!! Und wir sind stolz auf unsere Sammler, auch wenn sie uns längst hinter sich gelassen haben und mit ihrer Zivilcourage zu neuen Ufern aufgebrochen sind.