Ich als 18-jähriger Internet-Nutzer habe weder Lust noch Geld, für einen Text, ein Musikstück oder sonst etwas im Internet Geld auszugeben. Das ändert sich aber, wenn mir diese oder jene Datei wirklich gut gefällt. Dann bin ich bereit, für die "materielle" Form (Buch, CD ...) auch einen für den Urheber angemessenen Preis zu zahlen.

Eine völlige Unabhängigkeit zwischen Inhalt und Darstellungsform gibt es nicht. Es wird immer ein Unterschied sein, ob man stets die aktuellen Top Ten als MP3 hat oder ob man sich die CD oder gar LP einer Gruppe kauft, auf die man durch MP3 aufmerksam geworden ist. Die Einzigen, die dabei verlieren, sind die Konzerne, für die Musik nicht Musik, sondern Ware ist. Eine Britney-Spears-CD verkauft sich nicht, wenn sie sich praktisch gar nicht von einer Britney-Spears-MP3, die im Internet umsonst erhältlich ist, oder nur durch ein simples Cover unterscheidet.

Das oftmals penetrante und ekelhafte Vermarkten und Aufblasen von Dilettanten zu Superstars würde aufhören, weil die "Lieder" ebenjener sofort massenhaft im Netz verbreitet würden. Es wäre für mich eher wünschens- als verdammenswert, wenn jene Plattenbosse, die mich tagtäglich bewusst verdummen wollen, am freien Informationsfluss scheitern. Sicher, es wird eine Mehrheit geben, die nur nimmt und nichts gibt. Aber ist die Demokratie schlecht, weil nur wenige sich engagieren, während alle anderen ihre Rechte wie selbstverständlich nutzen?

Daniel Fallenstein, Dorsten

Sie schreiben über die Encyclopædia Britannica und deren Preis von knapp 10 000 Mark und den Schwierigkeiten, die für sie aus dem "Online-Zeitalter" erwachsen sind. Wo ist das Problem? Hier fand ein völlig normaler Wettbewerbsprozess statt. Ein "altes" Produkt wurde durch eine "neues" Produkt (Encarta) abgelöst. Das "alte" Produkt kam in Schwierigkeiten, hat sich den neuen Gegebenheiten angepasst und existiert weiter.

Niemand kann etwas dagegen haben, wenn ein Lexikon für alle gratis verfügbar ist. Oder sollten wir jetzt etwas gegen Bibliotheken haben, in denen man auch umsonst nachschlagen kann?

Sie schreiben, dass sich Schulklassen CDs für wenige Mark kopieren, statt den Ladenpreis von 30 bis 35 Mark zu zahlen. Ich hoffe, Ihnen ist nicht entgangen, dass die Großen der Musikindustrie gerade wegen illegaler Preisabsprachen vor Gericht stehen? Und wo ist die neue Qualität? Private Kopien von Musik sind legal, und es gibt sie, seit es Tonbandgeräte gibt. Ein wirksames Mittel dagegen wäre ein Preissenkung, nicht die Kriminalisierung.