Die Landtagswahlen an Rhein und Neckar sind vorbei, der Status quo wurde hier wie dort aufs schönste bestätigt. Genau das aber ist das Problem.

Welches? "It's the economy, stupid!", "auf die Wirtschaft kommt es an, Blödmann!" Dies war das Mantra der ersten Clinton-Kampagne

es hing an allen Pinnwänden. Nach dem Sieg von 1992 machten die Clintonisten weiter, wo die Reaganauten begonnen hatten: Sie deregulierten, flexibilisierten und entfesselten so den längsten Boom der amerikanischen Geschichte. Der Triumph von 1996 war süßer noch als der von 1992.

Und Gerhard Schröder, der im nächsten Jahr bundesweit antreten muss? Dessen Reform-Elan ist erlahmt

auf dem Stockholmer Beschäftigungsgipfel der EU wähnte er, dass Europa die "Wachstumslokomotive" der Weltwirtschaft sei.

Ähnlich der EU-Währungskommissar Pedro Solbes: "Wirtschaftlich ist Europa derzeit die feste Burg der Industriewelt." Dahinter schwingt eine doppelte Überzeugung mit, die doppelt falsch sein kann. Die eine: Die EU sei im Konjunkturzyklus auf dem Weg nach oben. Die zweite: Abkoppeln könne sich diese "Lokomotive" von den beiden anderen Kolossen, Japan und USA, die nun Dampf ablassen.

Bloß: Die Lokomotive keucht schon wieder