Lange brauchte es, bis die Entscheidung zum Bau des europäischen Großraumflugzeugs Airbus A380 überhaupt fiel. Noch länger dauerte es, bis entschieden war, wie die einzelnen Maschinenteile zum Entmontagestandort ins südfranzösische Toulouse transportiert werden. Schließlich sind die Teile des Riesenfliegers auch riesig groß. Die in England geschmiedeten Flügel des Airbus A380 zum Beispiel messen jeweils 48 Meter.

Jetzt traf der kommunistische Verkehrsminister Frankreichs, Jean-Claude Gayssot, eine Entscheidung. Erst werden die Zulieferungen aus den Nachbarländern auf dem Seeweg in die Nähe von Bordeaux gebracht, dann über den Fluss Garonne verschifft, um schließlich im Konvoi mit 20 Stundenkilometern über die Straße zu zockeln. Eine Milliarde Franc soll dafür ausgegeben werden, diesen Weg zu pflastern. Die angrenzenden Städtchen haben hart darum gerungen. Sie sind die eigentlichen Sieger. Am Airbussitz Toulouse schüttelt man den Kopf. Mit industrieller Logik habe das nichts zu tun.

US-Konkurrent Boeing dürfte diese Art von Entscheidungsfindung gefallen.

Boeing-Chef Phil Condit hat einem Plan für einen Riesenjumbo inzwischen abgeschworen. Größe will man nun durch Geschwindigkeit wettmachen. Dazu wird bis 2006 der Sonic Cruiser gebaut, der fast Schallgeschwindigkeit erreicht.

Außerdem will Boeing seinen Sitz von Seattle nach Denver, Dallas oder Chicago verlegen. Auch das ist wohl eine politische Entscheidung.