Heute zur Abwechslung mal ein kleiner Intelligenztest. Welches Wort passt nicht in die folgende Aufzählung: Armleuchter, Cheflügner, Frühstücksverleumder, Gruselkomiker, Hebammenkiller, Lackschuhpanther, Ochsenfrosch, Petersilien-Guru, Rotzjunge, Selbstbefriediger, Wurmfortsatz, Zuhälter? Erraten, es ist der Ochsenfrosch. Als Kampfruf im deutschen Bundestag stellt er höchstens eine Beleidigung minderen Ranges dar. Rana catesbeiana, wie ihn die Fachleute nennen, gehört nämlich zu den stattlichsten aller Lurche, weil er sich durch tiefe, grunzende Paarungsrufe und gewaltige Sprünge eindrucksvoll Geltung zu verschaffen versteht. Wer seinen politischen Gegner Ochsenfrosch tituliert, weist ihm in Wahrheit den Rang eines Platzhirschs zu.

Aus dem Westen Frankreichs kommt nun die Meldung, dass nordamerikanische Ochsenfrösche dabei sind, die dortigen Tümpel und Sümpfe zu erobern. Zwischen Bergerac und Bordeaux, zwischen Cognac und Pauillac wütet R. catesbeiana bereits wie seinerzeit Herbert Wehner unter Unionsabgeordneten. Kleinere Lurche, Entenküken, seltene Vögel verschlingt so ein Ochsenfrosch schon zum Frühstück. "Wo er sich breit macht", sagt ein Umweltschützer, "bleibt für die anderen nicht mehr viel Platz."

Wir zitieren dies als ein Beispiel dafür, wohin ökologischer Leichtsinn führen kann. In Baggerseen zwischen Rhein und Ruhr sind schon exotische Schnappschildkröten, in nordamerikanischen Gewässern asiatische Kiemenschlitzaale gesichtet worden. Und das ist erst der Anfang. Im Zuge der allgemeinen Klimaerwärmung wird es bald Piranhas in der Spree und Würgeschlangen im Kanzleramt geben.

Nur die größten Ochsenfrösche können das noch verhindern. Mit Gebrüll, Schröder, mit Gebrüll! Wie man ansonsten unter Ochsenfröschen endet, wurde ja leider bei Ihrem jüngsten Besuch in Washington allzu deutlich: als Düffel-Doffel, Gnom und Putzlappen.