die zeit: Herr Thoma, Sie haben die Autorennen der Formel 1 zu einem der beliebtesten Ereignisse im deutschen Fernsehen gemacht. Wie ist das entstanden?

Helmut Thoma: Wir hatten Mitte der neunziger Jahre mit RTL die Fußballübertragungsrechte für die Bundesliga an Sat.1 verloren. Ich war also auf der Suche nach einem neuen Sport, der noch kein Topereignis war, aber eines werden konnte. Die Formel 1 ist für mich ein sehr deutscher Sport. Es gibt kaum eine Nation, die so begeistert ist. Weil es aber in den siebziger und achtziger Jahren keine erfolgreichen deutschen Fahrer gab und die deutschen Automobilhersteller nicht mitmachten, hatte das Interesse ziemlich nachgelassen.

zeit: Und heute? Was kann jetzt noch kommen? Die letzten großen Autohersteller steigen ein. Vier Deutsche fahren mit. Schumacher ist Weltmeister.

Thoma: Das Interesse wird groß bleiben, auch wenn Michael Schumacher aufhört.

Es gibt noch Ralf Schumacher, Harald Frentzen, Nick Heidfeld. Und solange die deutschen Hersteller beteiligt sind, werden sie den Nachwuchs fördern.

zeit: Könnte die Begeisterung für die Formel 1 noch zunehmen?

Thoma: Also wohl nur, wenn Michael Schumacher bei Mercedes fährt und sein Bruder Ralf bei BMW. Das wäre eine innerdeutsche Angelegenheit.