Pálls Geburtstag wird von Steinwürfen und von Tränengas begleitet. Der Held aus Einar Már Gudmundssons poetisch politisierendem Roman Engel des Universums kommt zur Welt, als Island im März 1949 der Nato beitritt. Die Zerrissenheit eines Landes, das seine Straßen um Elfenhügel herumbaut, während ihm militärische Stärke und die Industrialisierung des traditionellen Fischfangs abverlangt wird, färbt auf Páll ab. Islands Quellen sprudeln im Kopf des begabten Jungen, seine Fantasie ist überschießend wie ein Geysir, seine Liebeserklärung an die verwöhnte Dagny schön wie ein Elfenreigen. Nur verwertbar sind diese Künste nicht. Auf Geheiß ihrer wohlhabenden Eltern verlässt Dagny den malenden und musizierenden Sohn eines Taxifahrers, der sich selbst als "Wolke in Hosen" beschreibt. Mit dem Verlust der Geliebten setzt Pálls Persönlichkeitsspaltung ein. Kopfschmerzen plagen ihn wie die Überzeugung, Van Goghs Reinkarnation zu sein. Der Wahnsinn nähert sich dem Gymnasiasten und lässt Páll nicht mehr los, bis er 40-jährig vom Dach des Sozialbunkers springt, in dem er nach jahrelangen Aufenthalten in Reykjavøks Irrenanstalt vor sich hin lebt. Um diese Entwicklung wird der Zuschauer der Verfilmung betrogen, die Fridrik Thor Fridriksson mithilfe des schlecht beratenen Autors auf einen bereits 30jährigen Páll zugeschnitten hat. Das Buch bewegt sich auf dem schmalen Grat, der Kunst und Wahnsinn, Trauer und Komik trennt. Eine Gesellschaft, die ihren Sinn fürs Übernatürliche als Touristenattraktion veräußert, zeiht Páll der krankhaften Innerlichkeit. Der Film hat für Innen- und Außenansichten, zwischen denen die Sprache die Grenzen aufhebt, keine Entsprechung. Einst hat Fridriksson mit Children of Nature die Erscheinung des Fantastischen als Zeichen isländischer Normalität verteidigt. Elfen und Todesengel zeigten sich mit größter Selbstverständlichkeit und blieben dadurch unbegreiflich. Pálls Visionen ersetzt Fridriksson durch Überblendungen. Als ließe sich ein verstörter Geist aus der Trickkiste des Films herbeizitieren.