Für die europäischen Klimaschützer naht die Stunde der Wahrheit. Halten sie beim Streit um das Kyoto-Protokoll zusammen, oder lassen sie sich von US-Präsident George W. Bush auseinander dividieren? Für Letzteres mehren sich die Zeichen. Wenn sich die USA an Teilen des Abkommens störten, "sollten wir über jene Teile verhandeln und nicht das gesamte Abkommen begraben", schrieben jetzt EU-Kommissionspräsident Romano Prodi und Schwedens Premier Göran Persson. Diese Bereitschaft hat US-Vizeaußenminister Richard Armitage bereits erkennen lassen. Weil viele EU-Länder den Klimaschutz kaum weniger vernachlässigen als die USA, fürchtet man im Berliner Kanzleramt, die europäische Einigkeit könnte zerbröseln. Am Ende gäbe es zwar ein neues Abkommen - aber keinen Klimaschutz.