die zeit: Herr Mangold, macht es noch Spaß, dem Vorstand von DaimlerChrysler anzugehören, wenn der einst strahlende Stern von Konzern und oberstem Chef verblasst?

Klaus Mangold: Die Prämissen in Ihrer Frage stimmen nicht. Weder verblasst der Stern des Konzerns noch das Image seines Chefs. Es ist eine ungemein spannende Herausforderung, in diesem Konzern zu arbeiten. Die Situation, in der wir uns zurzeit befinden, ist sicher keine leichte. Aber wir bewältigen sie und bringen das Unternehmen wieder nach vorn.

zeit: Die Aktionäre sind enttäuscht, weil sich der Kurs nahezu halbiert hat, es werden Werke geschlossen, es werden Beschäftigte entlassen - das alles kann doch einem Manager, der Erfolg will, keinen Spaß bereiten?

Mangold: Natürlich nicht, aber als Manager wird man ja nicht nur für die Sonnenscheintage bezahlt. Wir müssen Chrysler und Mitsubishi wieder auf Erfolgskurs bringen, dann wird auch der Aktienkurs steigen und den wahren Wert des Unternehmens widerspiegeln. Mit fast allen unseren Produkten sind wir Weltmarktführer, unsere globale Präsenz ist in der Branche unübertroffen.

Das wird auch die Anleger überzeugen.

zeit: Die DaimlerChrysler Services AG, deren Chef Sie sind, hat wegen der Wertberichtigungen ihrer Leasingfahrzeuge in den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr nicht gerade einen hohen Beitrag zum Konzerngewinn geleistet. Welches Gewicht hat ein Vorstandsmitglied, das für diesen Bereich zuständig ist, im Gesamtkonzern?

Mangold: Die Stimme der Finanzdienstleistungen ist stark, und unser Beitrag zur Wertschöpfung ist unumstritten. Der operative Gewinn ist zwar im vergangenen Jahr gesunken, aber dank des Verkaufs von 50,1 Prozent des debis Systemhauses mit einem Betrag von über 2,3 Milliarden Euro an die Telekom haben wir deutlich zum gesamten Gewinn des Konzerns beigetragen. Und wir haben in den USA durch innovative Finanzierungs- und Leasingmodelle den Absatz von Chrysler enorm unterstützt. Wenn wir nicht kräftig mit in die Pedale getreten hätten, wäre das Konzernergebnis insgesamt schlechter gewesen.