E-Cash ist Geld, das nur im Internet zirkuliert. Wie normales Papiergeld wird E-Cash von einer Bank bezogen und kann bei Händlern ausgegeben werden, die die Währung akzeptieren. Ein Rückschluss von den nummerierten Geldbeträgen zum Käufer gibt es nicht. Was ebenfalls fehlt, ist die Akzeptanz: Am 25. Mai schließt die Deutsche Bank als ausgebendes Institut ihren ecash-Service und tauscht das übrig gebliebene Elektrogeld zurück.

Jetzt interessieren sich nur noch Sammler für die gescheiterte Internet-Währung.

Auch die israelische Firma Third Voice stellt ihren Dienst ein. Mit deren Software konnten Anwender im Post-it-Stil Kommentare an jede Website pappen, sodass alle anderen sie sofort lesen konnten. Die Technik sollte die Meinungsfreiheit im Internet fördern - aber niemand wollte in den Fensterrahmen von Third Voice Werbung schalten.

Adore nennt sich ein Computervirus, das derzeit Rechner mit dem Betriebssystem Linux befällt. Adore ist ein Wurm, pflanzt sich also selbst von Rechner zu Rechner fort. Am 1. April in der "Wildnis" entdeckt, ist Adore vor allem ein Anschlag auf das Image von Linux als offenes und daher sicheres System. Dabei ist die Schwachstelle, die das Virus ausnützt, seit Monaten öffentlich bekannt. Offenbar vernachlässigen auch Linux-Administratoren die Rechnersicherheit.

Wie kann das Internet regiert werden, fragte eine hochkarätig besetzte Tagung der Friedrich-Ebert- und der Bertelsmann Stiftung in Berlin. Koregulierung war das Zauberwort - dabei sollen Staaten, die Industrie und repräsentative Nutzerverbände gemeinsam die Kontrolle über das wild wuchernde Netz ausüben.

Am Beispiel der Icann, jener Organisation, die über die Einrichtung von Toplevel-Domains entscheidet, wurde freilich klar, dass die bisherigen Koregulierungsversuche noch nicht sehr weit geführt hätten. Und Justizministerin Herta Däubler-Gmelin zog dem neuen Geist gleich enge Grenzen: Sie forderte ein härteres Durchgreifen aller Staaten und das Schließen von internationalen Rechtslücken.

Detlef Borchers (online@zeit.de)