die zeit: Seit einem Jahr arbeiten Sie als Europa-Repräsentant für den Weltraumbestattungsservice Eternita Galactica. Wie viele Menschen haben Sie seither im All bestattet?

Manfred L. Lessing: Noch keinen. Bisher sind 24 Urnen mit Asche in unserer Obhut. Erst wenn wir 100 Urnen zusammenhaben, füllen wir die Asche in Amphoren um und schicken sie mit einer Rakete ins All. Im Spätsommer soll es so weit sein

wir arbeiten mit 300 Bestattungsunternehmen in ganz Deutschland zusammen und haben viele Anfragen.

zeit: Glauben Sie, dass Ihr Service Zukunft hat?

Lessing: Ja, weil es auf den Friedhöfen immer enger wird und es viele abenteuerlustige Menschen gibt. In den USA wird die Bestattung im All schon länger angeboten. Star Trek-Erfinder Gene Roddenberry und LSD-Guru Timothy Leary haben da oben ihre letzte Ruhe gefunden. Bisher wurde erst eine Deutsche im Weltall beigesetzt - das war 1999 die 16-jährige Carola.

Allerdings wurde dabei lediglich eine lippenstiftgroße Kapsel mit sieben Gramm Asche hoch geschossen

die restliche Asche wurde ins Meer gestreut. Wir bieten nun die komplette Bestattung im All an.