Sperma nach Plan X.

Männer-Gene auf dem Frauen-Chromosom fanden Genetiker vom Massachusetts Institute of Technology. Von den 25 Genen, die in den Hoden Spermien reifen lassen, sitzen 10 auf dem X-Chromosom. Nur 3 von ihnen finden sich auf dem Y-Chromosom, das den Mann zum Mann macht (Nature genetics, Bd. 27, S. 422).

Eigentlich suchten die Wissenschaftler die genetischen Ursachen spärlichen Spermaflusses, der Männer unfruchtbar machen kann. Vermutlich können deren Gene die Spermienreifung aus den Ursamenzellen im Hoden nicht richtig steuern. Jetzt spekulieren die Mediziner, ob solche Defekte auch auf dem X-Chromosom liegen und Männern von der Mutter ins Erbgut geschmuggelt werden.

Fruchtbar mit Kohlendioxid.

Kohlendioxid wirkt auf Loblollys wie ein Aphrodisiakum: Die Kiefernart wird in CO2-geschwängerter Luft früher fruchtbar und bringt dreimal so viele Zapfen und Samen hervor wie die Artgenossen in gewöhnlicher CO2-Atmosphäre (Science, Bd. 292, S. 95). Biologen der Universität Durham in den USA hatten einen Teil ihrer Testplantage begast. Wenn die Fruchtbarkeit bei verschiedenen Arten mit dem CO2-Gehalt der Luft unterschiedlich stark steigt, so die Forscher, hätten einige Arten durch das Treibhausgas einen Fortpflanzungsvorteil und könnten Ökosysteme umkrempeln.

Schlank trotz Dope.

Kiffen macht high und hungrig. Ein internationales Forscherteam fand heraus, dass körpeigene Stoffe, die Cannabis ähneln, den Appetit steuern (Nature, Bd. 410, S. 822). Die Wissenschaftler schalteten in Mäusen den Rezeptor für diese Substanzen aus. Dann fraßen die Mäuse weniger als unbehandelte Kollegen, auch nachdem sie gehungert hatten. Bald aber schoben die Nager wieder Kohldampf.