Die Geschäftsstrategie von Junichiro Miyazu ist simpel: Den besten Service zum niedrigsten Preis verspricht der Chef von Nippon Telegraph & Telephone (NTT) seinen Kunden. Damit hat sich NTT bisher erfolgreich gegen die Konkurrenz behauptet. Geholfen hat dem Konzern jedoch vor allem seine Vergangenheit als Telefon-Monopolist. Obwohl die Regierung in Tokyo schon 1985 begann, NTT zu privatisieren (Staatsanteil: derzeit 46,7 Prozent) und den Markt schrittweise zu deregulieren, hat sich an der dominanten Stellung des Unternehmens kaum etwas geändert. Der größte Telekommunikationsdienstleister der Welt kontrolliert mehr als 90 Prozent des heimischen Internet-Verkehrs und rund 60 Prozent der Gesprächsverbindungen ins Ausland. Doch darauf ruht sich Vorstandschef Miyazu nicht aus. Derzeit baut NTT einen Breitband-Telefondienst in der Region Tokyo auf.

Trotz des technologischen Vorsprungs vor Konkurrenten wie KDDI und Japan Telecom wird sich das Gewinnwachstum allerdings künftig in Grenzen halten.

"Der Preisdruck steigt", beobachtet Atsuo Takahashi, Analyst der ABN Amro in Tokyo. Bis zum Frühjahr 2002 muss NTT seine Zugangsgebühren für die Nutzung des Kabelnetzes senken, zunächst um ein Fünftel, innerhalb der kommenden drei Jahre gar um 40 Prozent. Zudem geht die Zahl der Festnetzanschlüsse zurück.

"Vielen Leuten genügt inzwischen ihr Handy", sagt Takahashi.

Große Wachstumschancen räumt der Analyst dem Unternehmen deshalb nicht ein.

Allerdings empfiehlt er nach dem weltweiten Kursverfall der Technologiewerte, die Aktie zu "akkumulieren". Noch zurückhaltender ist Lilian Haag. "Ich sehe kurzfristig kein großes Potenzial nach oben", sagt die DWS-Fondsmanagerin.

Bessere Aussichten bieten ihrer Meinung nach Anteilsscheine der NTT-Tochter Docomo. Schon jetzt steuert das Mobilfunkunternehmen einen Großteil zu den Gewinnen der Mutter bei. Docomo spielt ähnlich wie die europäischen WAP-Dienste Internet-Inhalte auf das Handydisplay. Doch im Gegensatz zu den Europäern hat Docomo mit seinem Dienst I-Mode die Kunden im Sturm erobert.