Danke, Herr Professor Keller! Viele Monate haben wir Per-Saldo-Redakteure nach dem Grund für die miese Performance unserer Aktiendepots gesucht und sind zu keinem Ergebnis gekommen. Nun hat's uns der Germanist von der Uni Düsseldorf erklärt: weil die Geschäftsberichte deutscher Unternehmen schlecht geschrieben sind. Aus diesem Grund, so der Professor, sind sie als Instrument des Aktienmarketings ungeeignet.

Darauf hätten wir früher kommen sollen. Schließlich sind die meisten Veröffentlichungen deutscher Konzerne so unterhaltsam wie die Speisekarte einer Altersheimkantine. Mit solchen Texten kann man keinen Investor an den Tisch locken.

Wie es gute akademische Art ist, begründet der findige Forscher seine Ansicht: "Ein Text, der nicht unterhaltend ist, wird nicht gelesen." Ob er da an seine zahlreichen Proseminare denkt? Zum guten Schluss dann die normative Folgerung: "Gute Geschäftsberichte sollten sich so spannend wie Krimis lesen."

Und genau an dieser Stelle haben wir die rettende Idee: So richtig spannend würde die Lektüre der Broschüren, wenn die Unternehmen des Neuen Marktes in ihren künftigen Geschäftsberichten einfach nur die Wahrheit über ihr Management schrieben.

Will die aber in Wirklichkeit überhaupt jemand wissen?