Federico Andahazi: Lord Byrons Schatten, aus dem Spanischen von Hilde Fritz, Rowohlt Verlag, Reinbek, 2001, 190 S., 39,90 DM "Die schwarzen Wolken sahen aus wie hohe gotische Kathedralen" - denn jedes andere Wetter wäre unglaubhafte Kulisse für die Ankunft Byrons, Percy und Mary Shelleys samt Stiefschwester am Genfer See, 1816. Das romantischste aller Romantikertreffen wird in dieser Phantasmagorie bereichert durch die Teilnahme eines talentlosen Helden, sodass genialische Ambition und Weltschmerzlertum der Lächerlichkeit anheim fallen. Schlüpfrige Parodie des Byronismus, satirische Feier der Poesie.

Jean-Baptiste Evette: Das Rätsel der Malabar Street, aus dem Französischen von Irmengard Gabler, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, 2001, 317 S., 19,90 DM "Der Regen peitscht die schwarze Oberfläche des Flusses", das muss er, weil ein romantisierender Krimi ja würdig beginnen will. Hier tragen blasse Damen scharlachrote Kleider, der Anmut spielt ein lasterhaftes Lächeln um die Lippen. De Quincey geistert durch London, und Mord wird als schöne Kunst ausgeübt.

Sylvie Germain: Sara in der Nacht, aus dem Französischen von Christel Gersch, Aufbau-Verlag, Berlin, 2001 222 S., 36,90 DM "Auf einmal war der Himmel bleischwarz", was natürlich schauerromantische Folgen nach sich zieht, diesmal den Auftritt einer kopflosen Frau. Doch hat das blutige Mysterium eine plausible Ursache und bildet den Auftakt einer wunderbar imaginierten, zauberhaft entfalteten Familientragödie. Wie die Wehmut ein Grauen wird. Wo Poesie eine Zuflucht ist.