Es versteht sich von selbst, dass diese Redaktion sich auf der Stelle und spontan mit ihren zahlreichen Lesern in und um Fulda herum solidarisch erklärt, indem sie a) die Werbung des Autoverleihers Sixt, Fulda sei "die depremierendste Stadt Deutschlands" ("Die Menschen hier leiden stumm hinter den grauen Fassaden. Ihre einzige Hoffnung: e-Sixt"), aufs schärfste zurückweist, b) es hinfort dem Fuldaer Oberbürgermeister gleichtun und keine Sixt-Wagen mehr mieten wird, c) aber jeden, der behauptet, er sei stolz, ein Deutscher zu sein, vor allem den Generalsekretär der FDP, Guido Westerwelle, auch bekannt unter dem Namen Guido La Vague occidentale, dringlich fragt, ob, wenn Fulda zu Deutschland gehört, er auch stolz darauf sei, ein Deutscher unter Einschluss des fuldaischen Elements zu sein, und, falls ja, was er gegen die Sixtsche Invektive zu unternehmen gedenke.

So viel dazu. In Hamburg übrigens, hinter dessen grauen Fassaden die Menschen stumm leiden und außer der Hoffnung auf e-Sixt nur mehr die Hoffnung auf Konzerte des "Seemannschors geborener Hamburger e. V." hegen, hat eben dieser Seemannschor geborener Hamburger kürzlich ein Konzert gegeben, das den hinter grauen Fassaden leidenden Hamburgern das Gefühl gegeben hat, sie seien stolz darauf, Deutsche zu sein. Dieses Konzert wurde geleitet von Kazuo Kanemaki, der mit einem bei e-Sixt gebuchten Toyota-Landcruiser von Kyoto direkt über Fulda nach Hamburg-Veddel gefahren sein soll.

"An unserer Generation liegt es nun, dass die Treue zum Glauben auch weiterhin der Ruhm Fuldas bleibt." Dergestalt hat sich der unlängst heimgerufene Erzbischof Dyba in seiner Predigt am letzten Bistumsfest Fuldas vernehmen lassen, und keiner, der je im ICE an Fulda vorbeigefahren ist, würde es wagen, ihm zu widersprechen.

Der Radiosender FFH hat eine Hörerumfrage nach der deprimierendsten deutschen Stadt veranstaltet. Ergebnis: Offenbach. Offenbach?! ("Hallo, Kollege Jacobs vom Vertrieb: Wie viele ZEIT-Leser haben wir in Offenbach? - Keine? - Na dann.")