Als im 19. Jahrhundert das technisch-wissenschaftliche Zeitalter über Deutschland hereingebrochen war, erwachte bei vielen Menschen das Bedürfnis, mehr über die neuen Lebensbereiche zu erfahren. Dies führte im Jahre 1863 dazu, dass 16 bekannte Persönlichkeiten - Fachleute aus den verschiedensten Bereichen - sich zu einem Gesprächskreis zusammenschlossen, um im Rahmen von Diskussionen das Gelände abzuleuchten.

Dieser Verein, der sich Mittwochsgesellschaft nannte, traf sich zweimal im Monat jeweils im Hauses eines ihrer Mitglieder, das dann über sein Spezialgebiet referieren musste. Dem Kreis gehörten am Schluss unter anderem an: General Ludwig Beck, Werner Heisenberg, Wilhelm Pinder, Eduard Spranger, Ferdinand Sauerbruch, Ulrich von Hassell, Johannes Popitz Bernhard Harms.

Nach dem 20. Juli 1944 wurden vier der Mitglieder hingerichtet. Das war das Ende der Mittwochsgesellschaft.

Der Wunsch nach ethischen Normen, gültigen Spielregeln und Verhaltensweisen wächst. Es gibt viele Konferenzen und Diskussionen, in denen diese Probleme erörtert werden, aber der ständige Wechsel der Bühne und der Beteiligten lässt eine nachhaltige Wirkung kaum aufkommen.

Darum haben sich wieder 16 Persönlichkeiten zusammengefunden, die glaubwürdig und respektiert sind, um die wichtigsten Fragen der Zeit zu diskutieren. Dem Kreis gehören an: Egon Bahr, Günter de Bruyn, Marion Dönhoff, Friedrich Dieckmann, Dieter Grimm, Volker Hassemer, Reinhard Höppner, Wolf Lepenies, Ernst Joachim Mestmäcker, Edzard Reuter, Dieter Simon, Helmut Schmidt, Wolfgang Thierse, Giuseppe Vita, Antje Vollmer, Richard von Weizsäcker. Der Kreis trifft sich seit 1996 sechsmal im Jahr im Büro von Richard von Weizsäcker.

Die Diskussionen von jeweils vier bis fünf Sitzungen werden zur Veröffentlichung in einem Band zusammengefasst. Der erste Band der neuen Mittwochsgesellschaft erschien 1998 unter dem Titel Gespräche über Probleme von Bürger und Staat

der zweite Band Menschenrecht und Bürgersinn kam 1999 heraus