Der Ratschlag klang wohlmeinend: Die Eta empfehle, in diesem Jahr keinen Urlaub in Spanien zu planen, um ungewollte Folgen eines solchen Aufenthalts zu vermeiden. Die spanischen Feriengebiete würden fortan zu den Zielen der Organisation gehören

es gelte, den touristisch-ökonomischen Komplex Spaniens zu treffen. So war es Ende März in der Eta-treuen baskischen Tageszeitung Gara zu lesen.

Dass es der Terrororganisation ernst ist, hatte sie zwei Wochen zuvor demonstriert: Da deponierte sie zwei 40-Kilogramm-Bomben an der spanischen Mittelmeerküste, die eine in Rosas an der Costa Brava, die andere in Ganda an der Costa Blanca, und kündigte ihre Explosion kurz vorher telefonisch an.

Die Polizei hatte Zeit, die umliegenden Hotels zu evakuieren. Die Meldung von der Eta-Drohung gegen Spanienurlauber machte auch in Deutschland schnell die Runde. Im vergangenen Jahr reisten 11,4 Millionen Deutsche nach Spanien

die Strände der Mittelmeerküste gehören neben den Balearen und den Kanaren zu den beliebtesten Urlaubsgebieten der Deutschen. Wir bekamen viele Anrufe verunsicherter Kunden, erklärt Anette Forré vom Reiseveranstalter ITS, storniert hat jedoch niemand. Ähnliches berichtet Mario Köpers von der TUI: Spanien hat in diesem Jahr schwach gestartet, aber die Buchungen steigen.

Die Drohungen der Eta haben die Buchungslage nicht verändert, Stornierungen hat es nicht gegeben.

Sind die Urlauber zu sorglos? Das Auswärtige Amt macht in seinen Sicherheitshinweisen für Spanienreisende auf den Terror der Eta und deren jüngste Warnung an die Urlauber aufmerksam. Die spanische Polizei unternehme große Anstrengungen, die Sicherheit im Lande zu gewährleisten - dennoch können weitere Eta-Anschläge, die auch darauf gerichtet sind, den Tourismus zu treffen, nicht ausgeschlossen werden. Die Eta bombt und mordet seit mehr als 30 Jahren. Rund 800 Menschen sind ihrem Terror bisher zum Opfer gefallen.