Zu trocken, zu nass, zu windig, zu lehmig. Zu viel Sand, ach, voller Steine!

Total schattig. Wie sie jammern, die Gartenknechte, wenn sie jene Stellen beäugen, an denen noch gestern die erstaunlichste Pflanze stand und heute einfach gar nichts ist. Alles Ausreden, so viel lehrt schon mal eines der schönsten praktischen neuen Gartenbücher. Beth Chatto: Der Kiesgarten (Gärtnern auf trockenem Standort

aus dem Englischen von Maria Gurlitt-Sartori, Fotos von Steven Wooster, Verlag Eugen Ulmer, Ulm 2001

192 S., 68,- DM). Da war einmal ein Parkplatz. Darauf gepflanzt: kleine Siestas, ein fetter Range Rover, kleiner Renault Twingo, ein VW-Bus. Im Herbst 1991, schreibt Beth Chatto, eine der legendären Gärtnerinnen, wie sie nur im günstigen Klima der britischen Inseln gedeihen, am Ende eines Sommers, war sie "entschlossener denn je", die Fläche von 0,35 Hektar, struppiges Gras auf verdichtetem Boden, in ein Paradies zu verwandeln. Sollte man es "Göttin spielen" nennen? Das nächste Bild zeigt einen Traktor und Gartenschläuche, die am Boden Verrenkungen machen. Aber dann. Porzellanfarbene Christrosen, marmorierte Blattstrukturen, Beete in sanftem Grau mit sündigen blutroten Blüten, hochmütige Iris in vorteilhafter Position, alles inmitten eines Steinmeeres angesiedelt, darin große Areale, die in gelben Blütenschleiern untertauchen. Es ist die Geschichte eines Triumphes. Mörderische Hitze wird erduldet, Trockenzeiten werden erlitten, umso besser. So wurde Indien unterworfen! Für Nachahmer gibt es Pflanzlisten und Beetpläne, und dann bitte Tempo. In dem edlen Gartenmagazin Gardens Illustrated hat Beth Chatto in diesem Monat schon von Erfahrungen mit ihrem vollschattigen Waldgrundstück berichtet ...

Wer keine Parkplätze zu begrünen hat, ist vielleicht glücklich, in dem Band von Susan Berry: Gärten in der Stadt zu blättern (Grüne Idylle zwischen Mauern, Callwey Verlag, München 2001

128 S., 58,- DM). Viel Schatten auch hier, aber sattes Grün, schöne Blätter, klug gelegte Blickachsen erzeugen jenes tiefe Durchatmen, das wir in Gärten suchen, und seien sie nur Vorgartenstreifen oder Hinterhöfe. Auch Toby Musgrave: Gartendesign für Innenhöfe (Christian Verlag, München 2001

160 S., 59,95 DM) macht Kleinstgärtnern Mut, hoffentlich nicht zu viel, möchte man sagen, im Anblick der verwegenen Planungen, die er mal in Mexiko, dann aus mittelalterlichen Handschriften oder in Japan klaut, ein Potpourri der Stile, inkl. Pflanzplan.