Von wegen kühler Norden. In besonders stimmungsvoller Atmosphäre wird am Wochenende die 33. Antiquitätenmesse in Hannover-Herrenhausen stattfinden und zeitgleich im nördlich davon gelegenen Ahlden die Versteigerung zum 25-jährigen Jubiläum des Auktionshauses Schloß Ahlden über die Bühne gehen.

Historisches Ambiente und ein besonders qualitätvolles Angebot machen den besonderen Reiz beider Veranstaltungen aus.

Unter venezianischen Fresken und Stukkaturen in der frühbarocken Schlosshofhalle bieten 75 Kunst- und Antiquitätenhändler in Herrenhausen wieder Liebhaberstücke von der Antike bis zur klassischen Moderne an (bis 29.

April). Das Sortiment von Gemälden, Möbeln, Art déco, Silber, Porzellan, Uhren, Ostasiatika ist zum zweiten Mal um den Bereich Fotografie verjüngt.

Bei den Antiquitäten ragt ein Surtout de Table heraus, ein 13-teiliger Tafelaufsatz des hannoverschen Hofsilbers, das im Auftrag von König Georg III. von England, Kurfürst und König von Hannover teils in Wien, teils in Hannover (1794 bis 1799) gefertigt wurde. Die Galerie Neuse aus Bremen bietet es für 1,2 Millionen Mark an. Helga Matzke aus München bringt ebenfalls höfisches Silber mit. Die innen vergoldete Sauciere in Muschelform stammt aus dem früheren Besitz des Hauses Savoyen und ist in Braunschweig um 1770/80 geschmiedet worden (70 000 Mark).

Zu den Spitzenobjekten bei den Gemälden gehören zwei kleinformatige Ölbilder von Carl Spitzweg. Bergmännchen oder die erste Eisenbahn ist bei Palm Court Galleries aus dem niederländischen Baarn für 850 000 Mark zu haben. Der Kunstsalon Franke veräußert die Wäscherinnen am Brunnen um 1860.

Die Galerie Brockstedt, Hamburg, offeriert die Collage Able von Kurt Schwitters von 1947 (90 000 Mark) und eine Yacht betitelte Gouache von Lyonel Feininger aus dem Jahr 1938. Liebhabern von Jugenstil und Art déco empfehlen sich gleich sieben Händler, darunter Franz & Ute Hilbert aus Aachen mit einem kleinen runden Guéridon-Tisch, den Emile Gallé für die Weltausstellung in Paris im Jahr 1900 entworfen hat (85 000 Mark). Borsdorf Fine Art aus dem einstigen Jugenstilzentrum Darmstadt legt Art-déco-Schmuck um 1920 in ägyptischem Stil in seine Herrenhauser Vitrinen.