Gerade erst war wie eine Bombe eingeschlagen, was das Bundesverfassungsgericht befand: dass der Staat den Familien zu viel Geld abgeknöpft hat - und plötzlich sehen alle, was Experten lange wissen: Da muss sich was ändern. Wie?

"Radikale Vorschläge!", verlangen die Grünen. 30 Mark mehr Kindergeld, sagt Frau Bergmann. Na. Vielleicht nächstes Jahr! Auftritt Stoiber: 1000 Mark Kindergeld, die CDU legt 200 Mark drauf. Dazu kostenlose Kindergartenplätze?

Eine Kinderkomponente beim Lohn? Kinderrabatte bei den Sozialabgaben? Besser noch: Kindergeld als Bezahlung für die Leistung der Familien? Tausend Vorschläge, alle verraten eins: Das Nachdenken hat gerade erst begonnen.

Nicht begriffen wurde: dass nicht jedes Paar, das Eltern wird, sich gleich als Objekt von Förderung wiederfinden möchte. Vielen wäre es schon recht, wenn ihre Kinder genau das bekämen, was jedem deutschen Bürger zusteht: der gleiche steuerfreie Grundbetrag, Abzug von Sonderausgaben, Aufwendungen, jeder Kleinunternehmer weiß, wie das geht. Ein Etikett "Kinder" kann man nicht schenken. Wer noch gefördert werden muss, wird sich zeigen. Und endlich könnte man anfangen, darüber nachzudenken, was eine familienfreundliche Welt eigentlich ausmacht, jenseits von Mark und Pfennig. S.M.