Das Bundesverfassungsgericht sagt, dass das Umlageverfahren der Pflegeversicherung darauf angewiesen ist, dass Kinder nachwachsen, da Pflegebedürftige deren Beiträge benötigen. Diese Argumentation hat jedoch nur dann Gültigkeit, wenn die Kinder später Arbeiter oder Angestellte und somit auch Beitragszahler werden. Sind die Kinder in Zukunft Selbstständige oder Beamte, scheiden sie als Beitragszahler aus. Auch Kinder, die später arbeitslos oder Sozialhilfeempfänger sind, stehen der Pflegekasse nicht zur Verfügung

dies gilt auch für die Rentenkasse. Das Pflegeversicherungsgesetz wurde seinerzeit ohnehin mit viel zu heißer Nadel gestrickt. So ist es eine Unmöglichkeit, dass altersverwirrte Menschen einfach vergessen und später mit geradezu lächerlichen Beträgen bedacht werden. Das realitätsfremde Punktesystem macht von vornherein jede persönliche Zuwendung gegenüber den alten Menschen unmöglich.

Helmut Buse, Remscheid

Seit mehr als 30 Jahren zahle ich als Berufstätige "ohne Anhang" Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie Krankenkassen- und nun auch Pflegeversicherungsbeiträge. Im Gegensatz zu Politikern, Richtern und so weiter, die alle nichts zur allgemeinen sozialen Absicherung beitragen, finanziere ich damit die kostenlose Mitversicherung von Familienmitgliedern bei den Krankenkassen, erhebliche Rentenleistungen für Mütter (oder Väter) und etliche Grupppen mehr, die selber kaum Beiträge gezahlt haben, und auch die Pflege alter Menschen, die heutzutage erwiesenermaßen nur noch selten (und in Zukunft noch weniger) von den eigenen Kindern geleistet wird.

Irgendwo hat mein Bewusstsein für Solidarität aber eine Grenze. Wer sich heute für Kinder entscheidet, sich den Wunsch womöglich - ebenfalls mit Hilfe meiner Beiträge - durch kostspielige künstliche Maßnahmen erfüllt, der tut das normalerweise genauso freiwillig (und hoffentlich auch wohlüberlegt) wie ich darauf verzichtet habe.

Niemand begründet die Entscheidung für ein Kind oder mehrere wohl ernsthaft damit, für eine ausreichende Anzahl an zukünftigen Beitragszahlern sorgen zu wollen. Das wäre meiner Meinung nach auch völlig unsinnig angesichts der Tatsache, dass unsere Wirtschaft für immer weniger Arbeitskräfte ausreichend Beschäftigung bietet. Wenn der jetzt subventionierte Nachwuchs großenteils arbeitslos bleibt, fehlen die Gelder erst recht.

Elisabeth Meyer-Kröger München